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Ein gutes Gefühl und ein bisschen Bauchweh

Ein gutes Gefühl und ein bisschen Bauchweh

120 Schulkinder besuchten am Montag erstmals die neue Integrierte Gesamtschule in Morbach. Statt Unterricht erwartete sie gemeinsam mit ihren Eltern und anderen Gästen eine Feierstunde anlässlich des Starts der neuen Schulform in der Einheitsgemeinde.

Morbach. "Ein bisschen Bauchweh" hatten die neuen Fünftklässlerinnen Lena Knoblauch und Johanna Olk, beide zehn Jahre alt, an ihrem ersten Schultag in der Integrierten Gesamtschule Morbach (IGS). Dass es das neben ihren 118 Mitschülern an diesem Tag auch dem Morbacher Bürgermeister so ging, verriet Gregor Eibes in seiner Ansprache anlässlich der Einweihung der neuen Schule vor rund 600 Gästen. Denn Morbach ist gemeinsam mit dem Kreis Bernkastel-Wittlich Träger der neuen Schule, der ersten IGS in der Region, und damit verantwortlich für die Schule.

Doch Grund fürs Bauchweh gebe eigentlich nicht, versicherte er. Schließlich sei die Gesamtschule die "ideale Schulform für Morbach". Gemeinsam mit der Landrätin Beate Läsch-Weber zeigte er sich überzeugt, dass Gemeinde und Kreis die gemeinsame Verantwortung "vertrauensvoll und kooperativ meistern". Beide hoffen, dass Morbach in fünf Jahren eine gymnasiale Oberstufe bekommt.

Den neuen Schülern wünschte Rektor Hans-Joachim Gärtner als erste offizielle Amtshandlung, "dass ihr euch recht rasch eingewöhnt und drücke euch für das kommende Schuljahr die Daumen".

Die Integrierte Gesamtschule sei lange "politisch nicht erwünscht" gewesen, blickte Josef Peter Mertes, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, zurück. Doch diese "ideologischen Schranken" seien gefallen. Er wünscht der Verbund-IGS einen "guten Start und eine gute Entwicklung". Der Begriff der Verbund-IGS trägt der Tatsache Rechnung, dass sich derzeit unterm gemeinsamen Dach zwei Schulen befinden: die fünften Klassen einer IGS und die sechsten bis zehnten Klassen einer Realschule plus.

Statt des erwähnten Bauchwehs dominierte bei vielen der 600 Anwesenden eher "das gute Gefühl". So zumindest lautete der Text eines Liedes, das die Schulband der ehemaligen Hauptschule beim Festakt spielte. Ohnehin müssen die Ferien für viele Schüler und Lehrer kürzer ausgefallen sein als sonst. Orchester, Schulband und weitere Schüler hatten fleißig für ihre Auftritte geprobt. Bemerkenswert war das neue IGS-Lied, das die Sechstklässler vortrugen. Es stammt aus der Feder des neuen Rektors. Die Kinder hielten beim Singen 120 bunte Luftballons in den Händen, die nach der Veranstaltung in den Morbacher Himmel aufstiegen.

Meinung

Hohe Erwartungen

Viele Hoffnungen ruhen auf der neuen Integrierten Gesamtschule, der Ersten überhaupt in der Region Trier. Das sieht man unter anderem daran, dass so viele Kinder angemeldet wurden, dass nicht alle angenommen werden konnten. Die IGS soll unterschiedlichsten Kindern den geeigneten Unterricht bieten. Sie soll Bildung auch nach der Grundschule wohnortnah möglich machen und vielen Schülern die anstrengenden Busfahrten ersparen. Kommunalpolitiker und Eltern hoffen vor allem, dass es künftig möglich sein wird, in der Einheitsgemeinde Abitur machen zu können. Doch das ist Zukunftsmusik. Damit auch die gymnasiale Oberstufe eingerichtet werden kann, müssen in den nächsten Jahren die Anmeldezahlen hoch bleiben. Auch dann noch, wenn in der Nachbarschaft weitere Gesamtschulen entstehen. i.rosenschild@volksfreund.de