Ein Haus für alle Generationen

Den Bogen vom Reformpapst Johannes XXIII. zur Einrichtung des Mehrgenerationenhauses im Johanneshaus Hermeskeil hat der Ehrengast der Festakademie, Bernhard Fresacher, gespannt. Er ist beim Bistum für Grundsatzfragen und pastorale Schwerpunkte zuständig. Auf Einladung des Katholischen Bildungswerkes referierte er über die Vielschichtigkeit der Beziehungen zwischen den Generationen.

Bernhard Fresacher plädiert für „frischen Wind“ im Zusammenwirken der Generationen. TV-Foto: Herbert Thormeyer

Hermeskeil. (doth) "Seit 39 Jahren ist die Festakademie zu Ehren Johannes XXIII. ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Katholischen Erwachsenenbildung im Hochwald", erklärte Pastoralreferent Claus Wettmann in seiner Begrüßung. Immer seien hochkarätige Referenten zu Gast. Zunächst spielte Dekanatskantor Rafael Klar Musik eines Komponisten aus der Geburtsstadt des Referenten, Salzburg. Eine Mozart-Sonate sollte auf das Thema des Abends einstimmen.

Fresacher stellte einen Zusammenhang zwischen der aktuellen Aufmerksamkeit für das Alter in der Gesellschaft und der Situation der Kirchen her. "Öffnet die Türen und Fenster - ein Haus für alle Generationen", lautete das Thema, angelehnt an die Forderungen des Reformpapstes Johannes XXIII. Rund 50 Zuhörer interessierten sich für die Thesen des Festredners, der Jugend und Alter in vielen Facetten beleuchtete, vom "Alter als Schrecken der Jugend" bis zur "revolutionären Kraft des Alters".

"Dieser Kontrast kann mit einem Mehrgenerationenhaus erträglich gestaltet werden", findet Fresacher. Die Realität sei viel facettenreicher, als es oft in den Medien dargestellt werde. Die Generationen seien füreinander da, helfen sich gegenseitig: "Diese Leistungen sind enorm und unbezahlbar."

Eine Grenze zwischen "alt" und "jung" wollte Fresacher nicht ziehen. Ein Mehrgenerationenhaus könne es schaffen, Unterschiede positiv zur Geltung zu bringen und den "Schatz der Vielfalt" zu heben. Mit Johannes XXIII. habe eine Ära des Aufbruchs begonnen. Die geöffneten Fenster seien ein Symbol dafür. Genau wie dieser Papst stehe das Mehrgenerationenhaus für Offenheit, Lernbereitschaft und Überraschungssinn im Glauben an ein zukunftsfähiges Projekt. "Eine Begegnung in den Unterschieden der Generationen, Geschlechter und Kulturen lohnt sich."