Ein Haus für Bürger und Gäste

PALZEM-KREUZWEILER. Innerhalb eines Jahres ist aus dem maroden Bürgerhaus im Palzemer Ortsteil Kreuzweiler ein modernes Begegnungs- und Informationszentrum geworden. Nun hat die Gemeinde das Gebäude in der Thorner Straße offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Ein Bürgerhaus als Zentrum des Gemeindelebens zu haben, ist eine gute Sache. Wenn sich allerdings die, die es nutzen, mehr oder weniger naserümpfend dort aufhalten, bleibt im Zweifelsfall nur noch eine Sanierung - wie im Fall des Jugend- und Bürgerhauses im Palzemer Ortsteil Kreuzweiler. "Es hat im Gebäude stellenweise ziemlich modrig gerochen, und einige Räume wurden wegen Schimmelbefalls an Wänden und Decken nicht mehr benutzt", berichtet Ortsvorsteherin Eva Bröder. Die gesamte Bausubstanz sei zuletzt in einem schlechten Zustand gewesen. Begegnungsstätte mit Tourismusraum

Vor rund zwei Jahren ließ die Gemeinde deshalb ein umfangreiches Sanierungs- und Umbaukonzept erstellen. Nach Abschluss der Planung begannen im vergangenen Jahr die Arbeiten, die - abgesehen von Kleinigkeiten - vor einigen Wochen abgeschlossen wurden. Zwei Tage lang feierten die Palzemer die Wiedereröffnung mit zahlreichen Ehrengästen, darunter Staatssekretär Roger Lewentz, Landrat Günther Schartz, Alfons Maximini, Abgeordneter im Mainzer Landtag, und Bürgermeister Leo Lauer. Pfarrer Erwin Puhl segnete das Haus. Hauptsächlich die örtlichen Vereine nutzen das Jugend- und Bürgerhaus, beispielsweise der Musikverein Kreuzweiler-Dilmar, der dort seine Proben abhält. Darüber hinaus sind eine Gymnastikgruppe, der Tischtennisverein, das Kinder- und Jugendparlament sowie die Krabbelgruppe in dem Gebäude in der Thorner Straße "zu Hause". Im großen Saal im Obergeschoss finden neben anderen Veranstaltungen regelmäßig Seniorentreffen statt. Künftig soll das Gebäude, das im Untergeschoss unter anderem einen Jugendraum, Sanitäranlagen und einen Kühlraum umfasst, allerdings nicht nur als Begegnungsstätte für die Dorfbevölkerung dienen. Ein neu geschaffener "Tourismusraum" soll zu einer Anlaufstelle für jene werden, die die Obermoselregion als Reiseziel ausgewählt haben. Im Visier hat die Gemeinde dabei in erster Linie die Besucher des Bulldog- und Landmaschinenmuseums, das in der Nähe liegt. "Die Öffnungszeiten des Tourismusraumes sollen mit denen des Museums abgestimmt werden", erklärt Eva Bröder. Geplant seien Dauerausstellungen zu verschiedenen Themen. Nach den Vorstellungen der Gemeinde zählen dazu die Landschaft zwischen Saargau und Moseltal, der Weinbau und die Geschichte der Grenzregion. Zum Einsatz kommen sollen Fotografien, Texttafeln und Vitrinen für themenbezogene Exponate. Außerdem könnte der Raum für den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte des Saargaus - Wein, Edelbrände und Viez von Erzeugern aus dem Ort - zur Verfügung stehen. "Auch eine Nutzung als Konferenzraum ist vorgesehen", erklärt Bröder.Ohne Eigenleistung wäre das Projekt gescheitert

Insgesamt 353 000 Euro hat die Sanierung des Jugend- und Bürgerhauses in Kreuzweiler verschlungen, verschiedene Einrichtungsgegenstände eingeschlossen. Jeweils 106 000 Euro kamen als Zuweisungen aus dem europäischen Leader Plus-Programm und vom Land. 121 000 Euro stammen aus Krediten, die restlichen 20 000 Euro haben die Mitglieder der Feuerwehr und die des Musikvereins sowie weitere Freiwillige aus dem Ort in Eigenleistung erbracht. "Auch die Jugendlichen haben viel geholfen", berichtet Ortsvorsteherin Bröder. Florian Wagner, Ortsbürgermeister von Palzem, betont: "Ohne das hohe Maß an Eigenleistung hätten wir das Projekt nicht realisieren können."

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