Ein Historiker will die Zukunft gestalten

Tawern · Ortsbürgermeister Thomas Müller will das alte Tawerner Amtsgebäude wieder mit Leben füllen. Weitere Ziel des neuen Ortschefs sind die behutsame Erschließung von Bauland und die Dorfmoderation, die einiges im Ort bewegen soll.

Regionalgeschichte ist eines seiner Hobbys: Tawerns Ortsbürgermeister Thomas Müller am Brunnen am Markt, der die Geschichte des Ortes erzählt. TV-Foto: Marion Maier

Tawern. Als Pressesprecher der Kreisverwaltung Trier-Saarburg kennt Thomas Müller sich aus mit Kommunalpolitik und Verwaltungen. "Das ist eine gute Grundlage für mein Ehrenamt", sagt der 45-Jährige, der seit wenigen Monaten Ortsbürgermeister von Tawern ist. Einen Interessenkonflikt zwischen seinem Arbeitgeber und seinem neuen Amt sieht er nicht. Im Gegenteil.
Die Kommunalaufsicht der Kreisverwaltung werde eher darauf achten, dass man ihn nicht bevorteile, glaubt er. Und ansonsten gebe es eben Dinge zu beachten, zum Beispiel werde er bei Presseanfragen an die Kreisverwaltung keine Auskunft zu Tawerner Themen geben.
Dass er sich politisch engagiert, ist für den gebürtigen Wiltinger, der Geschichte und Politik in Trier studiert hat und vor zehn Jahren nach Tawern kam, selbstverständlich.
Und so kam er 2009 der Bitte von Ortschef Josef Weirich nach, auf dessen CDU-Liste zu kandidieren. Er wurde in den Ortsgemeinderat gewählt und musste auch nicht überredet werden, als Weirichs Nachfolger zu kandidieren. "Ich finde das spannend", sagt Müller, der mit rund 58 Prozent der Stimmen gewählt wurde.
Die Situation des 2600-Einwohner-Dorfs Tawern fasst Müller mit den Worten "Infrastruktur top, Finanzen hop" zusammen. Mit wenig Geld dennoch etwas zu gestalten, lautet deshalb die Devise. Müller setzt dabei auf die Unterstützung der Tawerner, deren Gemeinschaftssinn und reges Vereinsleben er lobt.
Die Bürger sind dann auch besonders gefragt bei Projekt Nummer eins, das er angehen will: der Dorfmoderation. Sie soll drei Jahre lang laufen und im Herbst starten. Thema: die Zukunftsfähigkeit des Orts. Müller: "Wir wollen den Bürgern zeigen, dass es Spaß machen kann, mit anzupacken - ob nun beim Anstrich der Kita oder der Leichenhalle." Man dürfe nicht immer nur nach der Gemeinde und dem Bürgermeister fragen. "Gemeinde sind wir alle", sagt Müller.
Aufgebaut werde auf den Ergebnissen der drei Arbeitskreise, die sich zum Wettbewerb um die Dorfmoderation gebildet hatten. Ihre Themen: Verkehrsberuhigung, Kultur/Internet und Aktiv und Gesund im Alter.
Als weiteres Projekt will Müller die behutsame Erschließung von neuem Bauland angehen. So soll beispielsweise in Fellerich das Baugebiet Wenigerwies umgesetzt werden. Der CDUler will aber auch darauf hinwirken, dass Baulücken geschlossen und alte Gebäude im Dorfkern umgenutzt oder umgebaut werden.
Projekt Nummer drei dreht sich um das marode Gebäude des einstigen Amts Tawern in der Dorfmitte. Das Haus wird derzeit von einigen Vereinen lediglich als Lagerraum genutzt. Zusammen mit der benachbarten Volksbank möchte Müller einen Investor suchen, der an dieser Stelle seniorengerechte Wohnformen, wie betreutes Wohnen, anbietet. Auch einen kleinen Dorftreff würde er sich dort wünschen.
Organisatorisch hat der Ortschef, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, schon einiges geändert. So bietet er regelmäßig eine Sprechstunde im Bürgerhaus an und zwar donnerstags von 17.30 bis 19 Uhr.
Dem Haupt- und Finanzausschuss sowie dem Bauausschuss wurden bereits mehr Kompetenzen übertragen.
Diese Gremien können das ein oder andere nun auch selbst entscheiden.
Extra

Der TV stellt nach und nach die neuen Ortsbürgermeister in den Dörfern der Verbandsgemeinde Konz vor. Von den elf Ortsgemeinden haben sechs einen neuen Chef: Kanzem, Nittel, Onsdorf, Tawern, Temmels und Wasserliesch. cmk