Schule: Ein Job, der einfach passt

Schule : Ein Job, der einfach passt

Die Berufsorientierungstage in der Realschule Plus in Saarburg stoßen auf großes Interesse.

Was soll ich bloß werden? Diese Frage stellt sich wohl jeder schon früh. Irgendwann muss man sich entscheiden. Was macht mir Spaß? Aber ist das auch ein sicherer Job? Sich gut informieren hilft. Am besten, man spricht mal mit Fachleuten. Das war jetzt zum zweiten Mal in der Realschule plus in Saarburg möglich. Einschließlich der Gymnasiasten, wurde rund 180 Schülern Orientierung geboten.
„Wir arbeiten auch eng mit den Fachgremien vom Jugendzentrum, dem Sozialraumforum und der Schulsozialarbeit zusammen“, sagt der Berufswahl-Koordinator der Realschule plus, Olaf Hoffmann. Die Vorbereitung auf einen Beruf beginne jedoch schon in der sechsten Klasse. Passend zum Fach werden Berufe vorgestellt. „Das beginnt in Geschichte mit dem Jäger und Sammler“, erklärt Marion Kowalik, die Wirtschaft und Verwaltung unterrichtet. In Deutsch werden Kurzreferate über Berufe gefordert.

Weiter geht‘s mit Schnupperpraktika und später mit Betriebspraktika, um die reale Arbeitswelt hautnah kennenzulernen. „Rund 60 Prozent unserer Schüler konnten wir im letzten Jahr in eine Ausbildung vermitteln“, sagt Hoffmann mit Stolz. Der Rest besucht weiterführende Schulen. Firmen wenden sich gezielt an die Schule, um ihre Arbeitsfelder vorstellen zu können. Auch die Kreishandwerkerschaft empfiehlt ihren Mitgliedsbetrieben den frühen Kontakt mit den Schülern. Dabei ist ein Migrationshintergrund kein Hindernis. Auch Flüchtlinge sind bei Praktika gern gesehen. „Wir bekommen immer wieder Rückmeldungen, dass sie besonders fleißig sind“, freut sich der Pädagoge. Manchmal mangelt es jedoch noch an Deutschkenntnissen. Auch ein Freiwilliges Soziales Jahr abzuleisten, sieht Hoffmann als wichtig an: „Es stärkt das Selbstbewusstsein. Man sammelt Erfahrungen und es sieht in einer Bewerbung gut aus.“
Aber wie richtig bewerben? Das zeigt Olaf Marquardt von der Barmer Krankenkasse. Vorstellungsgespräche werden nachgestellt. „Zunächst müssen einige Hürden überwunden werden“, erklärt der Versicherungskaufmann. Die meisten Firmen nehmen nur noch Online-Bewerbungen an. Der Bewerbung folgt ein Online-Test, in dem beispielsweise Sprach- und Rechenkompetenz abgefragt wird. Ist diese Hürde geschafft, folgt der persönliche Kontakt mit dem Personalfachmann des Unternehmens. Marquardt holt sich immer gleich vier Kandidaten an den Tisch: „Das ist durchaus üblich. Dann ist jeder Einzelne nicht so nervös.“

Dalin Ketheeswaran (14), die vielleicht in den Grundschuldienst einsteigen will, sagt: „Hier lerne ich, wie ich mich bewerben muss und ich mich im Gespräch zu verhalten habe.“ Niko Scheuer (15), der KFZ-Mechatroniker werden will, ist froh über das Informationsangebot: „Da weiß man anschließend, wie das abläuft. Das macht selbstbewusster.“ Das sei doch wichtig, denn egal was man werden will, das nächste Bewerbungsgespräch kommt bestimmt.