Ein komplettes Wildschwein verzehrt

Ein komplettes Wildschwein verzehrt

TRASSEM. (hpü) Spiel, Spaß und Wissenswertes rund um die "grüne Lunge" lockten am Wochenende Hunderte nach Trassem. Auch wer sich ganz einfach nur entspannen wollte, kam beim "Wald-Erlebnistag" auf dem Halstenberg nicht zu kurz. Besucher und Veranstalter zeigten sich am Ende zufrieden.

Es hatte ein Tag für die ganze Familie werden sollen, und die Mehrzahl derer, die sich am Wochenende auf den Weg nach Trassem machten, gehörte zu dieser Zielgruppe. Schon so gesehen war der "Wald-Erlebnistag" auf dem Halstenberg ein Erfolg. Hinzu kam der überraschend große Zuspruch, und darüber dürfte sich nicht zuletzt Dietmar Schwarz gefreut haben. "Schon bei der Eröffnung am Morgen waren schätzungsweise 350 Leute hier", erklärte Schwarz, der als Revierförster im Forstrevier Trassem arbeitet. "Bis zum Nachmittag waren es mindestens doppelt so viele." Verteilt über den Tag habe man mehr als 300 Essen unters Volk bringen können. "Ein komplettes Wildschwein ist verzehrt worden." Das, womit die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die Gemeinde Trassem und das Forstamt Saarburg die Massen lockten, ging allerdings weit über das Kulinarische hinaus. Geboten wurde eine Mischung aus unterschiedlichen Aktivitäten in und um die "grüne Lunge", viel Musik und Wissenswertes zum Thema "Wald". Da gab es beispielsweise den "Kindergarten-Wald", eine Spielecke für die Jüngsten mitten im Grünen. Dort galt es, zu bauen, zu basteln und zu spielen, was das Zeug hielt. Als Renner bei den etwas Älteren erwies sich die "Wald-Rallye", ein Spiel- und Kletterparcours, bei der jeder "auf eigene Faust" durchs Unterholz streifen konnte. Ganz Mutige versuchten sich an einer Art Seilbahn. An einem rund 30 Meter langen Stahlseil hängend, ging es von einem Hochsitz mit "Schmackes" einen Abhang hinunter. Außerdem gab es geführte Mountainbike-Touren rund um Trassem, notfalls sogar mit einem von den Veranstaltern zur Verfügung gestellten Gefährt. Wer weniger auf "Action" aus war und mehr die Entspannung suchte, hatte dazu bei von Förstern begleiteten Wanderungen und "Waldmeditationen" Gelegenheit. Ein Waldkonzert, unter anderem mit der Pianistin Sonja Kranich, rundete das Programm ab. Zu den Veranstaltungshöhepunkten zählte die feierliche Segnung der erst kürzlich fertig gestellten Waldlehr- und Informationshütte als Bestandteil des "Wald-Erlebniszentrums Trassem".Natur-Erleben kontra Reizüberflutung

Obwohl der Spaß deutlich im Vordergrund stand, war die Veranstaltung auf dem Trassemer Halstenberg doch nicht ganz ohne Ernst. Denn nach Ansicht der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), die einen Info-Stand aufgebaut hatte, ist das Interesse vor allem junger Leute an der Natur in den vergangenen Jahren stark gesunken - und dieser Trend halte nach wie vor an. Ein Grund sei die Reizüberflutung im Alltag, die kaum Platz für Naturerfahrungen lasse. "Genau deshalb ist es wichtig, die Menschen verstärkt mit dem Wald in Berührung zu bringen", sagt SDW-Bundesgeschäftsführer Christoph Rullmann. "Es gibt tatsächlich Kinder, die, wenn sie eine Kuh zeichnen sollen, die Farbe Lila verwenden", berichtete Rullmann im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. "Allerdings ist es mitunter nicht leicht, die Leute für ihre Umwelt zu begeistern." Ein gutes Mittel zum Zweck seien Veranstaltungen wie der Wald-Erlebnistag, die mit einer Vielzahl von Attraktionen als "Publikumsmagneten" aufwarten. Gemessen an der hohen Besucherzahl und der guten Stimmung bei den Gästen scheint die Rechnung aufgegangen zu sein.

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