Ein Konzert für die Liebe

Die Konzer Pfarrkirche St. Nikolaus war zum Konzert der renommierten Klarinettistin Irith Gabriely und ihrer Gruppe "Colalaila Classic" nur mäßig gefüllt. Die ungefähr 100 Besucher, die das Konzert erlebten, dürften ihr Kommen aber nicht bereut haben. Sie erlebten eine spielfreudige Gruppe, die mit Energie und Leidenschaft jüdische Klezmer-Musik, spanische Liebeslieder und Kompositionen "aus aller Welt" vortrugen.

Konz. (jbo) "Wir spielen für die Liebe!" Irith Gabriely hat ein großes Thema in ihrer Musik: die Verständigung zwischen den verschiedenen Kulturen. Ihre Musik ist universell angelegt und offen für Einflüsse aus der jüdischen Klezmer-Musik, der Folklore, dem Jazz und der Klassik. Sie will die großen Gefühle wie Glück oder Trauer in Musik "übersetzen", und das gelingt ihr beim Konzert-Abend in der Konzer St.-Nikolaus-Kirche durchweg gut. "Wo Liebe herrscht, da ist der Frieden", sagt sie zwischen den einzelnen musikalischen Beiträgen. Man spürt, dass dies keine Floskel ist. Die in Haifa (Israel) geborene Vollblut-Musikerin wirkt absolut authentisch, wenn sie das Glück des Friedens preist.Der Kirchenraum von St. Nikolaus war nicht besonders hergerichtet für das Konzert. Um die Musik zu genießen und die Botschaft zu hören, war das auch nicht nötig. Im Vordergrund stand ausschließlich die Musik. Das Zusammenspiel der Künstler — neben Irith Gabriely an der Klarinette traten noch Elisabeth Bogensberger (Violine), Stefan Welsch (Cello) und Peter Przystaniak (Keyboard) auf — war präzise und gut austariert. Teilweise ergänzt wurde der Auftritt durch die Mezzo-Sopranistin Anja Stroh, die mit ausdrucksstarker Stimme und sparsamen Gesten das Repertoire der Gruppe bereicherte. Das Publikum war von der Musik und der Ausstrahlung der Künstler sehr angetan. Der lang anhaltende Applaus war der Lohn für ein gelungenes Konzert.In einer etwas wärmeren und kuscheligeren Atmosphäre hätte die Gruppe womöglich ihrem Namen, der übersetzt "die ganze Nacht" bedeutet, alle Ehre gemacht und die Nacht durchgespielt. So war das Konzert nach gut zwei Stunden zu Ende, und das Publikum verließ nach zwei Zugaben die mittlerweile empfindlich kühle Kirche.