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Ein leidenschaftlicher Feuerwehrmann sagt Adieu

Ein leidenschaftlicher Feuerwehrmann sagt Adieu

Wenn der Kreis Trier-Saarburg in Sachen Feuerwehr einlädt, ist die Resonanz meist enorm. Bei dem Empfang für den scheidenden stellvertretenden Kreisfeuerwehrinspekteur Bernhard Klein (61) war das nicht anders.

Saarburg/Ockfen. "Den Schritt, Feuerwehrmann zu werden, habe ich bis heute nicht bereut." Derjenige, der dies von sich sagt, war nicht nur knapp 45 Jahre aktiver Feuerwehrmann (1972 Eintritt Heimatfeuerwehr Ockfen), sondern zudem auch noch 25 Jahre (1988 bis 2013) Wehrleiter der Verbandsgemeinde Saarburg und 29 Jahre stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) des Kreises Trier-Saarburg. Das letzte Kapitel dieses außergewöhnlichen Feuerwehrlebens endete mit einem Empfang in der Mensa des Gymnasiums Saarburg, zu dem der Kreis Trier-Saarburg gebeten hatte. Und wie das so ist, wenn die Kreisverwaltung in Sachen Feuerwehr einlädt, fand eine große Feuerwehrfamilie mit vielen Weggefährten von Bernhard Klein zusammen und zollte ihm Respekt.
Ein Anliegen Kleins war stets eine optimale Ausstattung und Ausbildung der Wehren im Kreis. Mit seinen Forderungen und Ansichten eckte er auch schon mal an, wie der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz in seiner Lobrede anmerkte. Kam es jedoch mal zu jenen "kritischen Momenten", habe Klein es immer verstanden, entstandene Risse zu kitten. Zuverlässig, pflicht- und verantwortungsbewusst, gradlinig und sehr kompetent sei Klein bei seinem Wirken gewesen, erinnerte Schartz. Obwohl er ein hohes Ehrenamt hatte, habe die "große Führungspersönlichkeit" Klein nie die "Bodenhaftung" verloren, sondern stets den Kontakt zu allen Feuerwehren vor Ort behalten. In Würdigung von Kleins Verdiensten sei der Kreis dem "Herzensanliegen" des scheidenden KFIs gerne nachgekommen, die offizielle Verabschiedung in seiner Heimat-Verbandsgemeinde Saarburg zu feiern, betonte der Landrat und überreichte eine Dankurkunde. Er dankte auch Kleins Familie, die ihm eine Stütze gewesen sei. In seinem Amt ausruhen konnte sich Klein nie, wie er sich erinnert. Schon im ersten Jahr stellvertretender KFI, 1986, hatte er mit dem großen Fischsterben in der Saar seine erste Bewährungsprobe zu bestehen. Er erinnerte sich auch an zwei folgenschwere Einsätze Mitte der 1990er Jahre, als bei zwei Wohnhausbränden in Neuhütten und Farschweiler vier Kinder nicht mehr aus den Flammen gerettet werden konnten. So etwas bleibe einem nicht an den Kleidern hängen, meint Klein. Künftig gelte es, bei Ehefrau Maria Klein und den erwachsenen Kindern Thorsten und Eva Wiedergutmachung zu betreiben, sagt er. Da kam der Rat von Kreisbrandinspektor Siegbert Bauer (Merzig-Wadern) gerade recht: "Ärgere deine Frau dabei nicht zu viel." LHExtra

Zwei ständige Vertreter übernehmen die Aufgabe des stellvertretenden Kreisfeuerwehrinspekteurs: Christoph Borresch (Wehrleiter der Verbandsgemeinde Hermeskeil), sowie Dirk Thommes (Leiter der Technischen Einsatzleitstelle des Kreises, Schillingen in der VG Kell am See). Laetitia Kraiker (DRK-Ortsverein Trier-Ehrang) wurde zur organisatorischen Leiterin im Katastrophenschutz bestellt. Michael Jäkel (Welschbillig) und Rainer Weyer (Schweich-Issel) sind die neuen Feuerwehr-Kreisausbilder. Katharina Sassen-Hammes (Mertesdorf) schied auf eigenen Wunsch aus. Verabschiedet wurde auch der Beauftragte für zivil-militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr, Winfried Rohmann. Seine Nachfolge tritt Martin Lautwein an. LH