Ein Mast, zwei Meinungen

KONZ. Und auf einmal war er da. Seit gut drei Monaten steht auf dem Kaufland-Parkdeck in Konz ein neuer Mobilfunkmast. Der Betreiber der Anlage ist "T-Mobile" (D1). "Wie kann das sein, dass solch ein Mast aufgestellt wird, ohne dass die Konzer Bürger darüber informiert werden?", moniert ein besorgter Anwohner. Die Antwort der Konzer Bauaufsicht: Es handelt sich um einen kleinen Funkmast (niedriger als zehn Meter), und diese sind genehmigungsfrei.

Während sich in Reinsfeld (Verbandsgemeinde Hermeskeil) derzeit eine Bürgerinitiative mit Flugblättern und Unterschriftenaktionen gegen die Aufstellung eines E-Plus-Mobilfunkmastes am "Alten Sportplatz" wehrt, da dieser Standort zu dicht an Wohngebieten liegt (der TV berichtete), hat T-Mobile längst einen neuen Sendemast in der Konzer Innenstadt (Kaufland Parkdeck) platziert. Die Zustimmung dafür erhielt der Betreiber von der Konzer Verwaltung im Juli. "Noch ist die Anlage allerdings nicht in Betrieb", erklärt T-Mobile-Sprecher Andreas Fuchs. Besorgt sind die Anwohner dennoch. "In Reinsfeld soll der geplante Mast immerhin 300 Meter entfernt von der nächsten Wohnung stehen, während sich hier in Konz in unmittelbarer Nähe (zirka 30 bis 40 Meter) mehrere Geschäfte, Praxen und viele Wohnungen befinden", beschwert sich einer von ihnen. Er wohne gut 100 Meter entfernt von dem neuen Sendemast. "Wie gesundheitsschädlich diese Strahlungen sein können, weiß ich nicht, aber man hört ja immer wieder was", fügt der besorgte Konzer hinzu. Ein erhöhtes gesundheitliches Risiko durch den neuen Sendemast in der Konzer Innenstadt schließt T-Mobile-Sprecher Fuchs hingegen aus: "Die Grenzwerte werden auf jeden Fall eingehalten. Und es gibt immer einen Sicherheitszuschlag, sprich: Der Mast sendet nicht mit voller Leistung."Angst vor Gesundheitsschäden

Fuchs bezieht sich dabei auf Messungen der Strahlenschutzkommission, die im Vorfeld solcher Bauvorhaben stets vorgenommen würden. Zudem müssten die Anlagen dort stehen, wo die Nutzer sind. Denn je näher die Masten an den Nutzern dran seien, desto schwächer könne gesendet werden, so der T-Mobile-Sprecher. Der Grund, warum das Mobilfunkunternehmen einen weiteren Sendemast in Konz aufgestellt hat, seien Kapazitätsprobleme gewesen. Mit anderen Worten: Zuviel Gesprächsbedarf mit dem Handy für die vorhandene Anzahl an Sendemasten. Fuchs: "Mit dem zusätzlichen Mast sichern wir eine bessere Versorgung für die Konzer Mobilfunknutzer." In Zahlen seien dies 90 Gespräche mehr, die, sobald die neue Anlage in Betrieb genommen worden ist, gleichzeitig geführt werden können. Die Angst vor möglichen Gesundheitsschäden durch die hochfrequenten elektromagnetischen Wellen ist das eine, worüber sich die Konzer aufregen. Das andere sei die schlechte Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung, so der besorgte Anwohner, und fragt sich "Warum kommt es in unserer Stadt zu fast keiner Information der Bürger?" Schließlich habe die Stadt genug Möglichkeiten, neue Bauvorhaben bekannt zu geben. Dem TV gegenüber verweist der zuständige Beamte der Bauaufsicht auf die Bauordnung des Landes Rheinland-Pfalz, in der klar erfasst sei, dass ein Sendemast wie der, der seit Juli auf dem Kaufland-Parkdeck stehe, zu den genehmigungsfreien Vorhaben zähle und demnach nicht über seine Installation in den Gremien beraten werden musste. Außerdem handele es sich bei seinem Standort um ein Mischgebiet und kein reines Wohngebiet. Zudem wisse man aus Erfahrung, dass eine solche Anlage "keine Einschränkung", beispielsweise in Sachen Lärmbelästigung, verursache und die Antenne "keine Emissionen, die geräuschvoll werden", verursache. Übrigens hatte das Mobilfunkunternehmen T-Mobile bei der Suche nach einem geeigneten Standort für den neuen Sendemast in Konz zunächst eine andere Stelle im Auge. Andreas Fuchs erklärt: "Meines Wissens nach war zuerst das Rathaus im Gespräch gewesen." Dies sei als Standort aber "nicht gewünscht" gewesen.