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Tradition: Ein Meer in Gelb und eine Majestät

Tradition : Ein Meer in Gelb und eine Majestät

Narzissenkönigin Eva-Marie I. feiert das Fest der Blume mit gut 2000 Besuchern. Doch ein tierisches Paar hat der Majestät ein   bisschen die Show gestohlen.

„Das sind ja schon wieder viel mehr geworden“, staunt Narzissenkönigin Eva-Marie I., als sie das Feld mit den gelben Blumen sieht. Nur wenige Wochen blühen die Frühlingsboten in ihrem kräftigen Gelb, ein guter Grund für Schillingen, ein Narzissenfest zu feiern. Denn nicht immer ist das Wetter so schön, dass viele dieser Blumen sprießen.

So musste die 20-Jährige ein Jahr lang auf Krone und Schärpe warten, um ihr Amt in der 14. Auflage des Festes ausüben zu können. „Dreimal ist es in all den Jahren ausgefallen. Aber diesmal haben wir Glück“, freut sich Ortsbürgermeister Markus Franzen.

„Diese wilden Narzissen sind wichtig für die gesamte Region und den Tourismus“, macht der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell und Vorsitzender des Vereins Hochwald Ferienland, Martin Alten, deutlich. Die Leiterin der Tourist-Information Walburga Meyer bestätigt: „Auf der Tourismusbörse Saar-Lor-Lux in St. Ingbert sind wir gezielt auf dieses Fest angesprochen worden.“ Auch die Gastronomen und Beherbergungsbetriebe freuen sich über den Besucherzustrom.

Über den Tag verteilt waren das geschätzte 2000 Menschen, Wanderer, Naturfreunde und Erholungssuchende, die sich die gelbe Pracht anschauen wollten. Immer mittendrin die Königin, schon von weitem gut zu erkennen an ihrem Kleid in der gleichen leuchtend gelben Farbe. Überall zückten die Besucher ihre Smartphones und fragten, ob sie Bilder schießen dürfen. Ein Foto, auf dem man mit einer Königin zu sehen ist, das hat doch was. Auch die Autogrammkarten von Eva-Marie gingen weg wie die sprichwörtlich warmen Semmeln, natürlich alle mit Widmung.

Die Menschen drängten sich um den Bus, der sie zu den Blumen brachte, denn vielen war der Fußmarsch von fast fünf Kilometern bis zur Narzissenwiese doch zu lang. Die Einladung, die Schönheit der Natur zu erleben, wurde mit Begeisterung angenommen.

So war viel Busverkehr im Wald, zusammengerechnet mehrere Hundert Kilometer. Die Besucher durften sich die Blumen von Nahem betrachten, aber bloß nicht auf ­drauftreten oder etwa ausreißen. Sie wachsen nämlich nur dort, wo die Bedingungen stimmen, konnte man in einem Faltblatt dazu nachlesen.

Stammgast auf dem Fest und der Narzissenwiese ist Manfred Bohr aus Schillingen. Er sagt: „Das ist ein tolles Naturschauspiel und es ist gut, dass es weiterhin bewahrt bleibt.“ Waldtraud Stahl aus Trier hat sich das zum ersten Mal angesehen. Sie freut sich: „Das ist sehr schön hier. Aber gut, dass ein Bus fährt, sonst könnten die Menschen das nicht genießen, die weniger gut zu Fuß sind.“ Sie werde das Fest und die Blumenpracht weiterempfehlen.

Nur wenige Wochen blüht die Narzisse auf der Wiese im Schillinger Wald. So lang bleiben die Hinweisschilder hängen.

Auf dem Festplatz ging es derweil zünftig zu, mit dem Musikverein Buweiler und zwei Eseln, die durch ihre bloße Anwesenheit die Herzen von Groß und Klein im Sturm eroberten.