Ein neuer Chef fürs Gymnasium

1027 Schüler und 75 Lehrer am Gymnasium Hermeskeil haben einen neuen Rektor. Der 46-jährige Arno Ranft hatte mit seiner Bewerbung Erfolg und tritt die Nachfolge von Karl-Heinz Wortmann an, der im Sommer in den Ruhestand gegangen ist.

Hermeskeil. (ax) Die meisten Schüler am Hermeskeiler Gymnasium kennen seinen Namen schon, nicht alle haben ihn aber schon gesehen: "Ich bin im Moment dabei, durch alle Klassen zu gehen, um mich vorzustellen", sagt Arno Ranft, der neue Schulrektor. Viel unterwegs ist der 46-Jährige vorerst noch aus einem anderen Grund: Er pendelt in diesem Schuljahr noch drei Mal in der Woche zu seiner bisherigen Wirkungsstätte - ans Göttenbach-Gymnasium in Idar-Oberstein. "Ich bleibe noch Teilzeit-Göttenbacher, weil ich dort einen Leistungskurs in der MSS 13 habe, den ich zum Abi führe", erklärt Ranft.

Wenn der neue Schulleiter nicht da ist, wird sich in Hermeskeil sein Stellvertreter Uwe Sader ums Tagesgeschäft kümmern.

Wie sein Vorgänger Karl-Heinz Wortmann ist Ranft Naturwissenschaftler. Nach dem Abitur 1983 in Birkenfeld hat er in Saarbrücken studiert, sein Referendariat in Kaiserlautern gemacht und anschließend 17 Jahre lang in Idar-Oberstein Mathe und Physik unterrichtet.

Ranft wohnt in Niederhambach (Kreis Birkenfeld). Er ist verheiratet und hat zwei Töchter, die neun und zwölf Jahre alt sind. "Ich kenne Schule also nicht nur als Lehrer, sondern auch aus Elternsicht", sagt Ranft. Für seine Arbeit als Pädagoge sei es ein "sehr interessanter und hilfreicher Blickwinkel, wenn ich mich auch als Vater beispielsweise mit der Frage beschäftige, was es für mein Kind bedeutet, wenn es schon ab der sechsten Klasse Französisch lernt".

Zirkuspädagogik und Camping



In seiner Freizeit widmet sich Ranft vor allem zwei Hobbys. Er ist seit vielen Jahren ehrenamtlicher Kreisjugendwart des Sportkreises Birkenfeld. In dieser Funktion ist Ranft Ansprechpartner für 135 Vereine. Er bildet deren Jugendleiter und Trainer in praktischen Seminaren, beispielsweise in der Spielpädagogik und in Zirkustechniken aus, oder er berät sie bei der Organisisation von Ferienfreizeiten.

Außerdem ist Ranft ein "überzeugter Camper". Deshalb hat der 46-Jährige auch einen direkten Bezug zur Region. Im Sommer geht es mit Familie und Wohnwagen zwar meistens an die Nordsee. An verlängerten Wochenenden steuert Ranft aber so oft wie möglich den Campingplatz in Echternacherbrück an.

Über seinen neuen Arbeitsplatz in Hermeskeil sagt er: "Die Schule ist sehr gut organisiert, es laufen hier unheimlich viele Aktivitäten und mein Vorgänger hat das Feld sehr gut bestellt."

Deshalb hält es Ranft auch noch für zu früh, sich darauf festzulegen, "in welchen Bereichen ich das ein oder andere neue Samenkorn streuen kann". Ein wichtiges Betätigungsfeld werde es aber sicher sein, dass der seit 2008 bestehende Ganztagsunterricht an der Schule "weiterentwickelt wird und wir die Konzepte dafür immer auf dem aktuellen Stand halten".

Bleibt noch der Blick auf die weiterhin laufenden Bauarbeiten am Gymnasium. Sie prägen seit 2004 das Geschehen an der Schule. Nach der Sanierung des Altbaus entsteht derzeit für fast vier Millionen Euro ein Erweiterungsbau, der 2011 fertig sein soll (der TV berichtete mehrfach).

Ranfts Vorgänger Wortmann hatte bei seinem Abschied gesagt, er habe sich manchmal eher als Bauleiter denn als Schulleiter gefühlt. Diesen Ball nimmt der neue Rektor gerne auf und sagt: "Es wäre schön, wenn sich dieses Gewicht so früh wie möglich wieder auf die pädagogische Seite verlagern würde."