Ein neues Dorf - mal laut, mal leise

Der erste Investor, der die gesamte Kaserne Hermeskeil in eine neue Nutzung überführen (konvertieren) will, hat sich beim Zweckverband Konversion vorgestellt. Aus dem ehemaligen Militärstandort soll nach den Plänen der InvesTour GmbH das "Dorf Hochwald" werden.

Hermeskeil. "Die Hermeskeiler Kaserne sieht aus, als sei sie von der Bundeswehr für unser Konzept geplant worden", begeistert sich Peter Heck, Geschäftsführender Gesellschafter der InvesTour GmbH aus Bickendorf. Vor dem Auge des Planers verwandelt sich die ehemalige Militäreinrichtung, für die seit 2006 eine neue Nutzung gesucht wird, bereits in das "Dorf Hochwald".

Auch der Vorsitzende des Zweckverbandes "Konversion", Verbandsgemeindebürgermeister Michael Hülpes, ist begeistert: "So nah an unseren Vorstellungen war noch keine Planung, die uns bislang vorgestellt wurde. "Die gesamte Verbandsversammlung sehe es als "Lottogewinn" für die gesamte Region an, wenn das InvesTour-Konzept umgesetzt würde.

Europaweite Ausschreibung läuft noch bis Jahresende



Gleichwohl will Planer Heck sich nicht zu genau in die Karten schauen lassen: "Dann kann ich das Konzept ja gleich ins Internet stellen, damit alle potenziellen Mitbewerber es sehen." Bei Investitionen über sechs Millionen Euro verlangt die EU eine europaweite Ausschreibung, und die läuft noch bis Ende des Jahres.

Was Hülpes und die Mitglieder im Zweckverband regelrecht elektrisiert, sind die pfiffigen Ideen von Planer Heck. Er will die gesamte Anlage mit einem großen Erdwall in einen "lauten" und einen "leisen" Bereich teilen. Alles, was Krach machen könnte, also eine Disco oder der Verkehrsübungsplatz bleibt im technischen Bereich. Der Rest mit zahlreichen Angeboten für örtliche Gäste und Touristen soll davon unbeeinträchtigt bleiben.

"Alle Gebäude mit Ausnahme des ABC-Masken-Testraumes, können erhalten werden. Es wird auch nur einen Neubau, eine Mehrzweckhalle, geben", deutet Heck an. Beruhigend für die derzeitigen Nutzer der Kaserne ist, dass alle Mitverhältnisse für Küche, Handwerk und Fahrsicherheit erhalten bleiben, ja sogar fester Bestandteil des Konzeptes sind. Regenerative Energien spielen ferner eine wichtige Rolle. Bis zu 200 feste Arbeitsverhältnisse und noch mal so viele Teilzeitstellen können entstehen.

Eine Investitionssumme steht noch nicht fest, auch nicht, wie viel Zuschüsse es gibt. Das Konzept wird demnächst in Mainz Innenminister Karl-Peter Bruch vorgestellt.

Heck konnte bereits Geldgeber für das Projekt interessieren und kommt selbst aus der Busreisebranche, würde also sogar die künftigen Nutzer "liefern".

Das i-Tüpfelchen ist aber die Lage der Kaserne, die direkt an einem Autobahnanschluss liegt und von sechs Flughäfen regelrecht "umzingelt" ist.

"Unsere Planungen sind als schlüssiges Gesamtkonzept zu sehen, in dem ökonomische, soziale und ökologische Aspekte Berücksichtung finden", fasst Heck zusammen. Im Januar 2011 könnten die ersten Touristen in die ehemalige Kaserne "einrücken".

Das Anwesen gehört aber immer noch dem Bund. Um den Verkauf kümmert sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in Trier. Deren Sprecher, Norbert Graff, befürwortet den Verkauf als Ganzes: "Nur die komplette Nutzung macht Sinn."

Zur Person Peter Heck ist seit 2009 geschäftsführender Gesellschafter der Investour GmbH. 1998 eröffnete der Eifeler mit seinem Geschäftspartner Willi Burelbach das Hotel Eifelstern auf dem Flugplatz Bitburg. Das hat inzwischen 1000 Betten und ist das größte Hotel in Rheinland-Pfalz. Rund 170 Menschen arbeiten dort. 2007 trennten sich die Wege von Heck und Burelbach. (har)

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