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Ein Oberemmeler Winzer hat ein Modell entwickelt, das ihm und Bedürftigen durch die Corona-Krise hilft

Corona-Krise : Helfern danken und für Tafeln spenden

Die Helfer in der Corona-Krise sollen beschenkt werden, das wünscht sich die Initiative „Mein Corona-Held“. Ein Oberemmeler Winzer hat ein Modell entwickelt, das ihm und Bedürftigen durch diese schwierige Zeit hilft.

Wer in diesen Tagen den Oberemmeler VDP-Winzer und Gründer des Saar-Riesling-Sommers, Max von Kunow (Weingut von Hövel), trifft, merkt sofort, dass es im Kopf des Mannes unablässig tickert. „Wir müssen was machen“, hat er sich angesichts der Corona-Krise gesagt. Nicht nur, dass seinen Gastronomie-Kunden – und damit auch ihm – die Einnahmen wegbrechen. Er findet, dass den Menschen, die die Krise sowohl in den sogenannten systemrelevanten Berufen, als auch als ehrenamtliche Helfer schultern, mehr gedankt werden müsse. Applaus reiche da nicht, sagt von Kunow. Als rühriger Geschäftsmann, aber auch als sozial engagierter Bürger (etwa bei der Konzer-Doktor-Bürgerstiftung) hat er nun die Plattform „Mein-Corona-Held“ (www.mein-corona-held.de) gegründet.

Hier sollen Menschen die Gelegenheit bekommen, ihre persönlichen Corona-Helden mit Weinpaketen zu beschenken und gleichzeitig etwas Gutes tun. Pro Weinpaket (das momentan knapp 50 Euro kostet und versandkostenfrei mit einem personalisierten Dankschreiben zugestellt wird) geht nämlich noch eine Lebensmittelspende im Wert von zehn Euro an die Tafeln, die in Not geratenen Menschen helfen.

Mit im Boot sind Frank Krumm, der die Lebensmittel spendet und die Pakete auch in seinem Edeka-Markt in Oberemmel verkauft und die Firma Euresa aus Saarburg, die den Internetauftritt gebaut hat. Dabei sieht Max von Kunow das erst als einen Anfang, seine Aktion sei nämlich auch als Plattform für Kollegen, Gastronomen und „jeden, der sich einbringen möchte“ gedacht und das mit durchaus überregionalen Ambitionen. „Ich finde es toll, wie alle in der Krise zusammenhalten und zusammenarbeiten“, sagt von Kunow. Und: „Wir versuchen, das Projekt so bekannt wie möglich zu machen, je mehr mitmachen, desto besser!“ Wer sollen nun die Adressaten, die Corona-Helden sein? Alle, die in Krankenhäusern, Heimen und Pflegeeinrichtungen arbeiten, aber auch Polizei, Feuerwehr, Ordnungskräfte und Rettungsdienste, eben Menschen, die an vorderster Front den Laden am Laufen halten, sagt von Kunow.

Allein im Konzer Stadtteil Ober­emmel, so sagt Frank Krumm, hätten sich in kürzester Zeit rund 30 Freiwillige gefunden, die beispielsweise Lebensmittellieferungen an Quarantäne- und Risiko-Haushalte übernehmen. „Das ist schon eine logistische Herausforderung“ sagt Anne Gehlen, die als Lehrerin in Zerf arbeitet und zu den genannten Freiwilligen gehört. Ganz allein steht das Weingut von Hövel mit seiner Aktion nicht da – Winzer Klaus Blesius aus Graach hat eine Riesling Spätlese namens „Danke“ im Programm, die ebenfalls den Helfern gewidmet ist. So lässt sich dann vielleicht der eine oder andere Euro an Umsatz zurückholen, verbunden mit einem guten Zweck.