Ein Platz an der Sonne

KONZ. Nicht mehr "im luftleeren Raum diskutieren" will Bürgermeister Manns, sondern anhand eines einheitlichen Konzepts für die gesamte Verbandsgemeinde prüfen, wo man das touristische Angebot mit Wohnwagen-Stellplätzen ergänzen kann.

Einen Platz an der Sonne, aber auch an Saar und Obermosel wünschen sich zahlreiche Touristen, die mit ihren Wohnmobilen in der Verbandsgemeinde (VG) Konz unterwegs sind. In Kanzem und in der VG Saarburg hatten in der Vergangenheit Pläne, einen Wohnmobilstellplatz einzurichten, für heftige Diskussionen gesorgt. "Wir könnten einen solchen Platz gut gebrauchen, touristisch hätte das Sinn", erklärte Bürgermeister Winfried Manns (CDU) diese Woche bei einer Sitzung des Bauausschusses der Verbandsgemeinde. Um ausloten zu können, an welchen Standorten und wie viele Wohnmobil-Stellplätze in der VG sinnvoll seien, schlug er den Mitgliedern des Bauausschusses sowie anschließend im VG-Rat vor, eine entsprechende Untersuchung bei einem Landschaftsarchitekten aus Riol in Auftrag zu geben. Überblick über die Möglichkeiten

Peter Lauterborn (SPD) plädierte im Bauausschuss dafür, die Planung zurückzustellen und zuerst mit den Ortsbürgermeistern zu sprechen, damit "wir sehen, wer dafür und wer dagegen ist". Lothar Rommelfanger (SPD) regte im VG-Rat ebenfalls an, zunächst Rücksprache mit den Ortsgemeinderäten zu halten, bevor die Untersuchung zu den Wohnmobil-Stellplätzen in Auftrag gegeben wird. Ihm hätten einige Bürgermeister signalisiert: "Wenn's bei uns passt, könnte ich mir das vorstellen", erklärte Manns. Deshalb sei es sein Ziel, mit der Studie zunächst einmal grundsätzlich einen Überblick über die Möglichkeiten in der VG zu gewinnen. Im Zuge der Untersuchung könne man die Bürgermeister und Räte durchaus einbeziehen. Sowohl im Bauausschuss als auch in der VG-Ratssitzung meldete sich die Grünen-Politikerin Sabina Quijano zu Wort, die sich in der Kanzemer Bürgerinitiative gegen einen Wohnmobilstellplatz nebeneinem FFH-Gebiet stark gemacht hatte: "Das ist eine einmalige Gelegenheit, einen Stellplatz sinnvoll ins touristische Angebot einzufügen." Dennoch gab sie zu bedenken: "Ein Caravan-Stellplatz ist nicht immer ein Segen für die Gemeinden." Deshalb bat sie, bei den Untersuchungen auch das Europäische Tourismusinstitut Trier (Eti) sowie die Umweltverbände und die Bürger einzubeziehen. "Das kann sonst ziemlich nach hinten losgehen", so Quijano. Doch Manns berief sich auf die "Planungsfreiheit" des Rats und sprach sich gegen das Einbeziehen der Verbände in dieser Untersuchungsphase aus. Mit einigen Enthaltungen und Gegenstimmen wurde die Untersuchung zu den Wohnmobil-Stellplätzen in Auftrag gegeben.