Ein Platz für Sternenkinder

HERMESKEIL. Für Sternenkinder hat der Friedhof Hermeskeil ein eigenes Sondergrabfeld eingerichtet. Es bietet Eltern die um ihre Kinder trauern zumindest einen Ort an, an dem sie sich ihren Kindern nahe fühlen können.

Wenn Kinder sterben, noch bevor sie richtig gelebt haben, ist es für die Eltern ein schwerer Schlag. Eben noch in Erwartung auf ein neues Leben in ihrem Haus, schon hat der Tod uner-bittlich zugeschlagen. Es ist kaum vorstellbar, was werdende Mütter durchmachen müssen, wenn sich bei einer Vorsorgeuntersuchung herausstellt, dass sich bei dem ungeborenen Kind keine Herztöne mehr messen lassen. Die Diagnose, dass das Kind im Mutterleib, dem scheinbar sichersten Ort der Welt, gestorben ist - unfassbar. Die Trauer um solche Sternenkinder ist noch schwieriger, weil es für die Eltern oft keinen Ort zum Trauern gibt, solche Früh- und Totgeburten müssen nach der aktuellen Rechtslage nicht beerdigt werden und so werden sie oft mit dem so genannten Klinikmüll entsorgt. Achteck mit 160 Keramikfliesen

Die Stadt Hermeskeil hat nun aber auf ihrem Friedhof ein Sondergrabfeld für die Sternenkinder eingerichtet. Hier können die Totgeburten auf Wunsch der Eltern bestattet werden. Ein Achteck aus 160 mit Ornamenten verzierten Keramikfliesen bildet einen fünf Meter großen Stern, wo zukünftig die Eltern der Sternenkinder einen Platz zum Trauern haben. Die acht Ecken symbolisieren dabei die sieben Tage der Schöpfung plus einem Tag. Gestaltet wurden diese Keramikarbeiten von der Künstlerin Ilke Hoepfner aus Beuren-Prosterath. Die Initiatoren des Projekts waren der Heimatverein Hermeskeil, Kinderkrankenschwestern des Krankenhauses und das Pastoralreferentenehepaar Arnoldi von Grimburg. "Wir sind stolz darauf, dass es uns in einer beispielhaften Gemeinschaftsleistung gelungen ist, das Projekt Sondergrabfeld zu verwirklichen", sagt Norbert Klaas, Vorsitzender des Heimatvereins. Klaas dankte auch dem "Lions Club Hochwald Hermeskeil" für die Unterstützung des Projekts. Stadtbürgermeisterin Ilona König zeigte sich stolz darauf, "einen solchen Ort in Hermeskeil anbieten zu können, an dem Eltern Abschied nehmen können". Die Stadt Hermeskeil ist eine der wenigen Städte der Region, die ein solches Sondergrabfeld anbieten. Rein rechtlich müssen Kinder unter 500 Gramm nicht beerdigt werden. Sie gelten nach dem Personenstandsgesetz nicht als Personen und haben so - rein rechtlich - nie existiert. In den vergangenen Jahren haben immer mehr deutsche Städte solche Grabfelder angelegt, und geben somit den trauernden Eltern zumindest einen Ort zum Abschiednehmen, denn für sie wird ihr Kind immer existieren.

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