Ein Platz, zu schade für einen Parkplatz

Onsdorf · Auf der Abschlusssitzung der Dorfmoderation in Onsdorf sind jüngst die Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorgestellt worden. Kontrovers diskutiert wurde, was aufgrund der angespannten Gemeindefinanzen bezahlbar ist. Einig waren sich aber alle Teilnehmer, dass die Sanierung leerstehender Gebäude im Ortskern eine der Prioritäten sein sollte.

Die Onsdorfer wünschen sich, dass der Platz Im Sirker nicht länger als Parkplatz genutzt wird. Stattdessen sollte hier ein Brunnen sprudeln. TV-Foto: max Henning Schumitz

Onsdorf. "Das Ziel einer Dorfmoderation sollte sein, dass sich am Ende alle Teilnehmer darauf verständigen, welche Maßnahmen zu einem ganzheitlichen Ortsbild beitragen", erklärte Anke Esseln, die die Dorfmoderation fachlich begleitet hat. Wichtig sei vor allem, dass beschlossene Projekte letztlich auch umgesetzt werden.
Beate Kohn, Sprecherin der Arbeitsgruppe Jugendliche und Senioren, regte an, dass die Kinderspielplätze schöner gestaltet werden sollten. Es wäre beispielsweise wünschenswert, wenn die Gemeinde einen Basketballkorb aufstellen oder eine Kletterwand planen würde. "Wünschenswert ist außerdem, dass ein Jugendraum eingerichtet wird", mahnte Kohn.
Johann Nikolaus Steffes, Ortsbürgermeister von Onsdorf, erwiderte, dass gerade das Aufstellen von attraktiven Spielgeräten wegen der einzuhaltenden Sicherheitsauflagen den Gemeindehaushalt stark belasten würde. "Leider können wir nicht einfach einen Basketballkorb aufstellen. Wenn so ein Gerät kaputt geht und jemandem auf den Kopf fällt, dann ist der Ärger groß."
Steffes war mit Kohn jedoch einer Meinung, was den Jugendraum angeht. Der ließe sich wohl relativ einfach mit ehrenamtlicher Hilfe in einem Raum realisieren, den die freiwillige Feuerwehr als Stauraum nutzt.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Senioren und Brauchtum stellte Marlene Becker vor. "Wir brauchen dringend einen Ort im Dorf, an dem man sich treffen und miteinander reden kann." Ein erster Schritt hierfür könnte sein, dass man sich sonntags auf der Herbstkirmes trifft, um zusammen Kaffee zu trinken. Diese Idee wurde in den Abschlussbericht für die Dorfmoderation aufgenommen.
Einem schwierigen Thema widmete sich die Arbeitsgruppe Dorfplätze, deren Ergebnisse Jörg Fuchs vorstellte. "Es gibt einiges, was sich ohne großen finanziellen Einsatz realisieren lässt." Er meint, dass mit einigen Blumen und mit der Reinigung etliche Ecken im Ortskern schöner gestaltet werden könnten. Für große bauliche Veränderungen - etwa am Dorfplatz - fehle das Geld. Aber: "Der Platz Im Sirker sollte dringend als Platz und nicht länger als Parkplatz genutzt werden."
Ein Vorschlag, den auch Ortsbürgermeister Steffes begrüßte: "Weshalb die Anlieger, die alle einen eigenen Stellplatz haben, ausgerechnet auf diesem Platz parken müssen, leuchtet auch mir nicht ein." itz