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Ein Schmuckkästchen für Freudenburg

Ein Schmuckkästchen für Freudenburg

Noch in diesem Jahr soll die Entwurfsplanung für die Gestaltung des Platzes an der historischen Stadtmauer stehen. Freudenburg will als Schwerpunktgemeinde bei der Dorferneuerung des Landes über sechs Jahre hinweg das damit verbundene Fördergeld gut nutzen.

Freudenburg. "Der Platz an der alten Festungsmauer kann Freudenburgs Schmuckkästchen werden", da ist sich Ortsbürgermeister Bernd Gödert ganz sicher. Der Ortsgemeinderat beschloss die grundsätzliche Gestaltung dieser Fläche, die zentral liegt und mit dem historischen Gemäuer attraktiv sein könnte.
Die Ortsgemeinde befindet sich im Jahr zwei als Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung des Landes. Innerhalb von sechs Jahren gelten besondere Förderrichtlinien für Maßnahmen, die das Dorfbild verbessern. Zuschüsse von bis zu 40 Prozent winken.
Waderner Büro plant


"Das wollen wir unbedingt nutzen", sagt der Ortschef entschlossen. Die Gestaltungsplanung wurde an das Büro Paulus und Partner im saarländischen Wadern vergeben. Als Beispiele gelungener Gestaltungen zeigte Gödert Fotos von der Platzgestaltung an der Pfarrkirche in Serrig, vom Fruchtmarkt in Saarburg und von Plätzen aus dem saarländischen Schmelz.
Nicht alles, was alt ist, ist auch erhaltenswert. Das Haus im Torweg 3 ist bereits verschwunden. Gödert wurde vom Rat beauftragt, mit den Eigentümern der ehemaligen Gaststätte Tillmann und des Grundstücks Torweg 5 Ankaufsverhandlungen zu führen. Beides könnte in die Gestaltungsplanungen einfließen.
Der kleine Brunnen mit natürlichem Zu- und Abfluss soll nach Göderts Wunsch schön inszeniert werden, denn: "Es ist der Ablauf des Dorfbrunnens. Dieses Wasser kostet uns nichts."
Der Platz an der historischen Mauer soll Festplatz, Treffpunkt, Ruhepol und Parkplatz in einem werden. Bislang parken Autos hier eher kreuz und quer. Es werden Stellflächen wegfallen, aber mit dem Abriss des Hauses in der König-Johann-Straße 5 sollen an zentraler Stelle neue entstehen. Ein Statiker wurde beauftragt, auszurechnen, ob die Mauer hält, die nach dem Abriss als gemeinsamer Giebel zum Nachbarhaus stehen bleiben muss.
Bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen hat der Gemeinderat die Beschlüsse auf den Weg gebracht. Kritik kam von Christian Kiefer von der Unabhängigen Wählergruppe Freudenburg (UWF): "Wir kaufen Häuser und vergeben Planungen, ohne zu wissen, was es kostet." Doch Gödert konterte: "Das können wir zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht wissen, bevor ein Planer eine Kostenschätzung abgegeben hat."
Neu geplant werden muss auch der Friedhof, denn neue Bestattungsformen wie Rasenurnengräber gab es bei der noch bestehenden Aufteilung nicht. Neue Flächen müssen auch für Reihengräber ausgewiesen werden. Der Rat konnte sich dafür jedoch noch nicht für einen Planer entscheiden.
Extra

Gemäuer mit Geschichte: 1337 erbaute König Johann von Böhmen, Graf von Luxemburg, am Fuß des Eiderberges die Freudenburg, zu dieser Zeit "Freyding" genannt. Als Teil eines Burgenschutzsystems zwischen Trier und Luxemburg diente sie der Sicherung der Heerstraße Trier - Metz. Schon 1346 wird Freudenburg im Rahmen eines kurtrierischen Sammelprivilegs als Stadt bezeichnet. Im Streit zwischen der Reichsabtei St. Maximin und Kurfürst Philipp Christoph von Sötern wurde die Burg 1646 durch kurtrierische Truppen besetzt, zerstört und nicht wieder aufgebaut. Quelle: wikipedia doth