Ein Spermüll-Scheiterhaufen im Tal der Sauer

Ein Spermüll-Scheiterhaufen im Tal der Sauer

METZDORF. Irgendein Mensch aus der Sauergemeinde Metzdorf nimmt es offenbar mit der Umweltgesetzgebung nicht so genau: Regelmäßig soll auf einem Areal hinter dem Campingplatz ein Scheiterhaufen aus Sperrmüll lodern.

Raimund Schäfer aus Welschbillig, der in Trier ein Geschäft mit modernem Antiquariat betreibt, hat seit zwei Jahren seinen Wohnwagen auf dem Campingplatz an der Sauer stehen. Doch dieser Aufenthalt neigt sich dem Ende zu: Platzbetreiber W. hat Schäfer die Kündigung geschickt. Laut W. weigert sich Schäfer, die Stromrechnung zu zahlen. Nun beschuldigt der hinausgeworfene Campingfreund den Platzbetreiber des fortgesetzten Umweltfrevels, wobei er auch auf deutliche Indizien am Ufer der Sauer verweist. Nach Angaben von Schäfer würden dort regelmäßig geraume Mengen an Sperrmüll unter freiem Himmel verbrannt. Es handele sich meist um ausgemusterte Gegenstände der Platzgäste. Ausgeführt würden diese illegalen Entsorgungsaktionen von einem Mitarbeiter des Betreibers. Der von Schäfer genannte "Tatort" liegt in einem Birkenwäldchen hinter dem Campingplatz - zwischen der Sauer und der ehemaligen Landstraße nach Ralingen, die dort die alte Bahntrasse unterquert. Die "Verbrennungsstätte" befindet sich etwas versteckt zwischen den Birken - sie ist aber bei genauem Hinschauen nicht zu übersehen. Ein schwarzer Aschehaufen und ausgeglühte Metallreste zeigen, dass sich dort obskure Materialien in Rauch und Asche aufgelöst haben müssen. Couchteile mit Kunststoffbespannung

Neuer Unrat - offenbar für die nächste heiße Entsorgung - wurde auch schon angehäuft: Bretter, Kartons und mit Kunststoff bezogene Sitzteile einer Couch. Falls die Sauer in diesen Tagen über die Ufer treten sollte, wird dieser Müll dann "kalt und flüssig" entsorgt. Etwa zweimal im Monat würde dort solcher Müll verbrannt, sagt Schäfer. Meistens geschehe dies bei südlichen Winden, denn "dann zieht der ganze Dreck rüber nach Luxemburg". Besonders schlimm sei es, wenn sich der Wind drehe und der Campingplatz in beißende Qualmwolken gehüllt werde. Platzbetreiber W. junior weist den Vorwurf, dass dort illegal Campingplatz-Sperrmüll entsorgt werde, entschieden zurück. Das betreffende Grundstück gehöre nicht seiner Familie, er habe nichts damit zu tun. Er wisse auch nicht, wer der Eigentümer sei. Auch habe er dort schon selbst von Unbekannten abgelegten Sperrmüll entfernt. Allerdings räumt er ein, dass dort von Platz-Gästen schon einmal Holz verbrannt worden sei. Die Vorwürfe Schäfers bezeichnet er als "Rufmord und Geschäftsschädigung". W. junior weiter: "Warum sollten wir illegal Sperrmüll verbrennen und uns in Schwierigkeiten bringen, obwohl die ART das Zeugs auf Anruf kostenlos abholt?" Außerdem verweist er auf die Platz-Statuten. Danach ist es den Gästen ausdrücklich untersagt, auf dem Campingplatzgelände Müll oder Sperrmüll zu lagern oder zu verbrennen. Diese Argumentation leuchtet ein - dennoch hat Schäfer Strafanzeige erstattet. Doch auf großes Interesse scheint der Fall bei den Beamten des Umweltdezernates der Kripo Trier nicht zu stoßen. "Das Wetter ist derzeit etwas ungünstig für Ermittlungen vor Ort", hieß es aus dem Trierer Präsidium.