Ein Stück Advent

LONGUICH. Dass die Kindererziehungszeiten als Ersatzzeiten auf die Rentenansprüche der Frauen angerechnet werden, ist auf den Einsatz der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) zurückzuführen. Ein "Ableger" ist die kfd Longuich.

"Wir sind kein Strickclübchen", betont Mathilde Hansjosten. Die 65-Jährige ist neben Rosi Schmitt (56), Bärbel Grünhäuser (58), Christa Rummel (62) und Rosi Fritzen (58) eine der Vorstandsfrauen der kfd Longuich. "Die kfd setzt sich auf vielfältige Weise für die Interessen der Frauen ein, auch auf politischer Ebene", sagt Rosi Schmitt. Vor acht Jahren schloss sich die Frauen- und Müttergemeinschaft Longuich-Kirsch der kfd an. Seitdem haben die "Fünf" einiges in Longuich bewegt und manche soziale Aktion beispielhaft unterstützt. Bewegung haben sie in der Vorweihnachtszeit ins gesamte Dorf gebracht. Der so genannte "wandernde Adventskalender" lockt im Advent allabendlich die Longuicher aus ihren warmen Häusern. "Gestern waren wir bei Rosi Fritzen, und es war wunderschön", sagt Bärbel Grünhäuser. Die Freude über die besondere vorweihnachtliche Überraschung schwingt Stunden später noch mit. Stundenlang hatte Rosi Fritzen ein Lebkuchenhaus gebaut, Tannenzweige arrangiert und eine Geschichte ausgesucht. Denn vor jedem der individuell gestalteten Adventsfenster werden Geschichten und Gedichte erzählt oder Musik gemacht. "Sich auf den Weg machen, ist ein Stück Advent", sagt Schmitt. Ein "Stück Weihnachten" wird sein, wenn der Erlös dieser Spendenaktion an das Autismus-Therapie-Zentrum in Trier übergeben wird. Denn an jedem "Türchen" sammeln die Frauen der kfd für die Vereinigung, die autistischen Menschen hilft. Hilfsbedürftige zu unterstützen, hat sich die kfd Longuich auf die Fahne geschrieben. Doch auch Vergnügen, Austausch und Information. Die Narrenkappe setzen die Frauen an Karneval auf, sie laden Referenten zu unterschiedlichen Themen ein und gestalten Gottesdienste und Gebetsstunden. Die geistliche Begleiterin der engagierten Gruppe ist Gemeindereferentin Rita Hesseler. Keine der Frauen möchte die kfd missen. Mathilde Hansjosten: "Es ist immer wieder eine schöne Erfahrung, gemeinschaftlich etwas auf die Beine zu stellen." Jede Frau bringe sich, ihren Fähigkeiten entsprechend, ein. Und: "Die Gruppe stärkt den Rücken", sagen sie einhellig. Einen großen Weihnachtswunsch hegen die "Fünf": "Es wäre schön, wenn junge Frauen unsere Arbeit unterstützen würden."