Ein Tag im grünen Klassenzimmer

TRASSEM. (as) Wie fühlt sich ein Tannenzapfen an? Wozu braucht der Jäger einen Hund? Steckt in totem Holz doch noch Energie? Antworten auf diese und andere Fragen bekamen die Siebtklässler der Region bei den Wald-Jugendspielen in Trassem. Bei Spiel oder Quiz lernten die Schüler alles rund um das Thema Wald.

Die Stille des Waldes sucht man am Mittwoch im Trassemer Forst vergeblich: 600 Siebtklässler der Region sind kreuz und quer am Stausee unterwegs. Sie sägen, lauschen den Klängen des Waldes oder ertasten Tannenzapfen und Moos. "Der Lebensraum Wald soll die Kinder mit allen Sinnen packen", erklärt Dietmar Schwarz. Als zuständiger Förster kennt er sich im Trassemer Wald besonders gut aus. Zum 13. Mal organisiert der Förster die Wald-Jugendspiele und wird dabei unterstützt von fleißigen Helfern der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Deutschen Waldjugend. Bei den Wald-Jugendspielen durchlaufen die Klassen zwölf Stationen. Die Spiele sollen den Schülern Spaß machen und spielerisch wichtige Informationen über den Wald vermitteln. Der Lerneffekt steht besonders beim "Nachhaltigkeits-Spiel" im Vordergrund. Holzscheiben repräsentieren echte Bäume im Wald. Die Aufgabe der Schüler ist es, zu entscheiden, wie viele Bäume gefällt und wie viele die Säge verschonen soll. Eine Spielrunde stellt ein Jahr dar und in jedem Jahr kommen vier Bäume dazu. Pascal Strupp ist von dem Spiel begeistert. Der Schüler des Gymnasiums Saarburg bringt den Lerneffekt auf den Punkt: "Wir haben gelernt, dass man nur so viele Bäume fällen darf, wie Bäume nachwachsen." Beim "Schnellsägen" ist Tempo angesagt. In möglichst kurzer Zeit sollen die Schüler von Baumstämmen Scheiben abschneiden. Beim "Wasserkellen-Spiel" transportieren die Schüler eine Kelle von einem Standpunkt zum anderen. Dabei ist neben Schnelligkeit auch Geschick gefragt. Am Ende der Wald-Jugendspiele darf eine Siegerehrung nicht fehlen. Der besten Klasse winkt ein ganz besonderer Preis. "Die Siegerklassen bekommen einen Erlebnistag im Wald geschenkt. Mit einem Förster können sie einen ganzen Tag auf Entdeckungstour gehen", berichtet Dietmar Schwarz.Wald als Lebensraum entdecken

Für die zweiten und dritten Sieger gibt es Buch- und Geldpreise und einen Tag im Zoo Neuwied. Doch der Wettkampf steht für Dietmar Schwarz und sein Organisationsteam weniger im Vordergrund. "Bei uns zählt der olympische Gedanke: Wer hier mitmacht, hat schon gewonnen", erklärt Schwarz. Viele Schüler verbringen in ihrer Schulzeit nur wenig Zeit im Wald. Umso wichtiger ist es für Dietmar Schwarz und sein Team den Schülern bei den Wald-Jugendspielen zu zeigen, wie viel es im Lebensraum Wald zu entdecken gibt. "Unsere Motivation ist es, den Kindern ein Erlebnis zu schaffen, dass sie so schnell nicht vergessen werden", erklärt Schwarz. Dabei erhofft sich Schwarz, auch ein Stück Präventionsarbeit zu leisten. Denn wer den Wald zu schätzen weiß, fügt ihm vielleicht weniger schnell Schaden zu. Um die Unvergesslichkeit auch handfest zu machen, darf jedes Kind ein besonderes Andenken mit nach Hause nehmen: ein Klassenfoto von den Wald-Jugendspielen. Nach den Wald-Jugendspielen mit den siebten Klassen ist noch nicht Schluss. Am Folgetag werden die Drittklässler der Region den Lebensraum Wald kennen lernen. Erst dann kann man im Trassemer Wald wieder der Stille des Waldes lauschen. Zumindest bis zu den nächsten Wald-Jugendspielen. An den Spielen nahmen 1313 Schüler aus 61 Klassen aus den Verbandsgemeinden Kell am See, Konz und Saarburg sowie dem benachbarten Luxemburg teil. Diese Aktion wurde zum 13. Mal vom Forstamt Saarburg in Kooperation mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald veranstaltet. Sieger der siebten Klassen am Standort in Trassem wurde das Gymnasium Saarburg mit seiner 7 e (1234 Punkte); Sieger der dritten Klassen am Standort Trassem wurde die Grund- und Hauptschule Wincheringen, Klasse 3 (1152 Punkte).