Ein Verein löst sich auf

Altersgründe geben die bisherigen Vorstände des Fördervereins der Moselland-Kapelle Wincheringen als Grund an, dass sie nicht mehr für eine neue Amtszeit kandidieren. Der Verein, der mehr als zehn Jahre hinweg großen Anteil an der Finanzierung der Jugendarbeit hatte, fand für die Ämter im Vorstand keine Nachfolger mehr und löst sich jetzt auf.

Wincheringen. "Mit 77 Jahren hat man auch in einem Verein mal den Ruhestand verdient", sagt der bisherige Vorsitzende des Fördervereins der Moselland-Kapelle Wincheringen, Emil Steinmetz. Auch seine Mitstreiter im Vorstand wollen nicht mehr weiter dieses Ehrenamt ausfüllen.
Doch vor dem endgültigen Aus wollte Steinmetz bei der Jahreshauptversammlung einen letzten Versuch starten, doch noch einen Nachfolgevorstand zusammenzubekommen. Matthias Klein wurde zum Wahlleiter bestimmt. Er lobte die segensreiche Arbeit des Vereins: "Ihr habt nicht nur Geld gesammelt, sondern bei Festen auch immer mit angepackt."
Das Anpacken und Helfen solle auch so bleiben, solange es das Alter zulässt, hebt Vorsitzender Steinmetz hervor. Er habe sich gewünscht, den Verein in jüngere Hände geben zu können.
Kleins Frage nach Vorschlägen für den Vorstandsposten folgte eine sekundenlange, fast unheimliche Stille.
Viel Organisationsarbeit


Hörbar ergriffen stellte dann der scheidende Vorsitzende Steinmetz die alles entscheidende Frage: "Wer ist für die Auflösung des Vereins?" Bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung befürworteten die 22 anwesenden der 42 Mitglieder das Ende. "Es ist halt die Konsequenz und es gibt keinen anderen Ausweg mehr", bedauert Steinmetz.
Der Vorsitzende des Hauptvereins Moselland-Kapelle Wincheringen, Heinz-Peter Welter, dankte für die vergangenen zehn Jahre, in denen der Förderverein viel Organisationsarbeit geleistet haben, um mit Festen die Finanzierung der Jugendarbeit im Verein zu gewährleisten.
"Bis zu 8000 Euro kostet das im Jahr", rechnet er vor. Diese Aufgabe muss der Verein jetzt selbst stemmen. Einnahmen kamen bislang neben den Mitgliedsbeiträgen, vom Oktoberfest 2007, sieben Mal mit dem Betrieb eines Bierstandes an der Kirmes, dem Weihnachtsbaumverkauf 2013 und Spendeneinnahmen. Die Jugendarbeit umfasst nicht nur die rein musikalische Ausbildung, sondern auch Aktivitäten wie Ausflüge in eine Kletterhalle, zu Freizeitparks oder Fahrradtouren.
Über seine Finanzen, die jetzt zum Hauptverein übergehen, schweigt sich der Förderverein aus. Der scheidende Vorstand übernimmt die Abwicklung beim Amtsgericht, dem Kreismusikverband, dem Finanzamt und vieles mehr, was jetzt noch ansteht.
132 Mitglieder hat der 1907 gegründete Musikverein Moselland-Kapelle. Davon sind 32 aktive Musiker und viele junge Leute. Vorsitzender Welter spricht sich gegen Beitragserhöhungen aus, um die Jugendarbeit abzudecken. Er formuliert jedoch den Appell: "Wir brauchen jetzt mehr helfende Hände." doth