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Konz: Ein virtuelles Haus der Jugend

Konz : Ein virtuelles Haus der Jugend

Videokonferenzen statt persönliche Treffen: Das Jugendnetzwerk Konz arbeitet trotz Corona-Krise weiter und trägt eine der wichtigsten Hilfsplattformen in Konz.

Eigentlich treffen sich im Haus der Jugend (HDJ) in Konz Jugendliche und Kinder, um zu spielen, tanzen, klettern, musizieren oder einfach nur zusammenzusitzen und sich zu unterhalten. Das vom Jugendnetzwerk Konz (Junetko), dem größten freien Träger der Jugendhilfe im Kreis Trier Saarburg (siehe Info), betriebene Haus ist jedoch zurzeit wegen des Coronavirus verwaist. Das bedeutet nicht, dass die Angebote ausfallen.

Dietmar Grundheber, Geschäftsführer des Junetko und Chef von mehr als 30 Mitarbeitern, die unter anderem in den Bereichen Jugendpflege, Haus der Jugend, Spielmobil Konz und den Sozialen Diensten (Soziale Arbeit an Schulen, Quartiersmanagement) arbeiten, sagt: „In unseren Arbeitsbereichen ist der direkte Kontakt mit den Menschen eigentlich von zentraler Bedeutung.“ Doch seit Mitte März habe sich vieles verändert.

Virtuelle Jugendräume Wegen Corona sind das Haus der Jugend, die Jugendtreffs und Jugendräume geschlossen. Offene Treffs, Gruppenstunden, Kletterclubs, Tanzkurse, Nachhilfe und Ferienmaßnahmen finden nicht statt. Die Mitarbeiter haben laut Grundheber aber schnell reagiert und kreative Lösungen gefunden. Nach nur einer Woche Unterbrechung sei ein Teil der Angebote – zum Beispiel die Nachhilfe und das Tanzstudio – in Form von Videokonferenzen wieder angelaufen. Die Jugendlichen treffen sich jetzt in virtuellen Räumen. Sie selbst hätten für sich und andere junge Leute einen sogenannten „Minecraft-Server“ mit virtuellem Jugendzentrum als Plattform aufgebaut. Insgesamt nutzten viele diese Alternativen, sagt Grundheber: „Das kann zwar die direkte Begegnung nicht ganz ersetzen, aber zumindest einiges auffangen.“


Ehrenamtliche Hilfe „Es gibt viele Jugendliche, die sich gerne helfend in der aktuellen Situation einbringen möchten“, sagt HdJ-Leiterin Denise Ziehm. Sie hätten sich zum Beispiel bei der Internet-Plattform Ehrensache Konz registriert, um Senioren zu helfen, und nähten Behelfsmasken. Das HdJ stellt dafür Nähmaschinen, Vorlagen und Stoffe zur Verfügung. Die vom Junetko verwaltete Plattform www.ehrensache-konz.de und die dazugehörige Telefonhotline wurden innerhalb kürzester Zeit eingerichtet. Dort können sich Menschen hinwenden, wenn sie zum Beispiel Hilfe bei Einkäufen benötigen (der TV berichtete). Über die Plattform werden sie an freiwillige Helfer vermittelt. Bisher haben laut Dominik Schnith, der das Projekt zusammen mit Grundheber koordiniert, 20 Menschen um Hilfe gebeten. Fast allen konnten sie helfen. Nur bei Anfragen zu Umzugshelfern habe man passen müssen.

 
Schulsozialarbeit Die soziale Arbeit an Schulen, um die sich Junetko an mehreren Einrichtungen in Konz kümmert, hat sich durch Corona verändert. Die Schulen seien zwar geschlossen, aber die Schüler und ihre Familien stünden vor neuen Herausforderungen, erklärt Junetko-Bereichsleiter Achim Knecht. Deshalb biete man eine telefonische Beratung während der Schulferien an.

Problem bei Spielmobil Das Spielmobil bereitet Grundheber Sorgen. „Hier sind wir vom Virus zu 100 Prozent ausgebremst“, sagt er. Da dieser Bereich als Wirtschaftsbetrieb innerhalb des Vereins organisiert ist, müsse das Junetko die wirtschaftlichen Einbußen der Pandemie meistern.


Fazit Alles in allem sei er optimistisch, dass das Junetko Corona und die Folgen überstehe, sagt Grundheber: „Was die Situation gezeigt hat, ist, dass wir schnelle und kreative Antworten und Lösungen finden, um junge Leute auch in einer schwierigen Zeit zu unterstützen, zu beraten oder im Gemeinwesen kompetente Angebote machen zu können.“