Ein Völkchen zum Wohlfühlen

Wo er auftaucht, entsteht automatisch ein Brennpunkt guter Laune. Die Hermeskeiler schätzen und ehren "ihren Otti", Otfried Stertenbrink, den Pastor von St. Martinus von 1980 bis 2006. Und er schätzt Hermeskeil und seine Menschen, mit denen er immer gute Gespräche führen kann.

Hermeskeil. "Eigentlich heiße ich ja Otfried, aber alle kennen mich nur als Otti", so stellt sich der ehemalige Pastor von St. Martinus vor. Otti Stertenbrink ist bekannt und beliebt wie kaum ein anderer Bürger in Hermeskeil. Das Kind des deutschen Nordens studierte Katholische Theologie in Freiburg und Trier und war von 1980 bis 2006 Pastor von St. Martinus.
"Früher war es in vielen Bistümern üblich, Geistliche im Ruhestand aus ihrem alten Wirkungskreis herauszuholen", erklärt Stertenbrink. Doch auf irgendeinem Dorf zu wohnen, niemanden zu kennen, keine schönen Gespräche zu führen, das ist für Stertenbrink fast wie ein kleiner Tod. Die Menschen braucht er wie die Luft zum Atmen. So kam die Erlaubnis vom Bischof und vom Nachfolger Clemens Grünebach, in Hermeskeil zu bleiben.
Die Menschen in Hermeskeil


Fast ins Schwärmen gerät der Priester, als er Hermeskeil beschreibt: "Der Ort liegt da wie ein Panorama, und mitten heraus ragt die Pfarrkirche, als ob der Himmel die Stadt in einen großen Garten gelegt hätte." Die Landschaft, die Luft, das Klima, alles zum Wohlfühlen, das Stertenbrink gerne mit Mischlingshündin "Flora" genießt.
Das Wohlgefühl von Heimat verbindet der Priester mit den Menschen, die er als "ganz besonderes Völkchen" bezeichnet. Er habe den Eindruck, Hermeskeiler verfügen im Schnitt über eine hohe Bildung und Intelligenz, sie seien hilfsbereit, höflich und bereit etwas anzupacken.
Stertenbrink suchte immer das Gespräch, angefangen von den ganz Kleinen im Kindergarten bis zur Verwaltungsspitze und den verschiedenen anderen örtlichen Weltanschauungen.
"Die Toleranz zeigt sich in der Praxis", sagt er, und fügt hinzu: "Wenn hier jemand Kritik übt, dann konstruktiv, nicht gehässig."
Immer in der Gemeinde dabei


Zurückzuführen ist das seiner Meinung nach auf die guten Schulen am Ort und das allgemein gute Miteinander: "Ich wollte nie mit Herr Pastor angesprochen werden." Stertenbrink ist immer mitten unter seinen Leuten, ist Mitglied in Lions- Club, in der Kolping- Familie, im Musikverein und sagt: "Jeder braucht doch jeden."
Als Geistlicher ist Stertenbrink trotz Ruhestandes immer noch gefragt, spricht sich dabei aber immer mit seinem Nachfolger Grünebach ab. "Bei Leuten, die tolerant und menschenfreundlich sind, fühle ich mich geachtet und geehrt", fasst er zusammen.