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Verein: Ein Vorbild für ganz Europa

Verein : Ein Vorbild für ganz Europa

Generationswechsel bei der Deutsch-Französischen Gesellschaft Saarburg: Marie-Francoise Goimard-Boos löst Jörg Volk ab, der von den Mitgliedern zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde.

„So wie die Freundschaft in der Deutsch-Französischen Gesellschaft Saarburg funktioniert, sollte es überall in Europa sein“, wünscht sich Jörg Volk. Der scheidende Präsident, der dem 1982 gegründeten Verein 27 Jahre vorgestanden hat, gab bei der Mitgliederversammlung in Trassem dieses Amt an seine bisherige Stellvertreterin, Marie-Françoise Goimard-Boos, weiter. Somit leitet erstmals eine gebürtige Französin die Gesellschaft, die sich laut Satzung die Aufgabe gestellt hat, die deutsch-französischen Beziehungen auf allen Gebieten, die ihr möglich sind, zu vertiefen, um dadurch der Verständigung und Freundschaft der beiden Völker zu dienen.

Warum Deutschland zwei Weltkriege gebraucht hat, um festzustellen, dass Franzosen doch ganz nette Leute sind, versteht heute niemand mehr. „Aus Besatzern wurden Freunde“, freut sich der 73-jährige Volk und erinnert sich: „Vor unserer Gründung war das ein reiner Damenclub. Die Gattinnen von Soldaten freundeten sich mit Saarburgerinnen an.“ Männer kamen erst mit der Vereinsgründung dazu. Ein Colonel (Oberst) war immer Vizepräsident. 2010 kam für die Franzosen der Marschbefehl Richtung Heimat. Doch einige hatten in Saarburg bereits Wurzeln geschlagen und blieben nach ihrem aktiven Dienst. Die Freundschaft blieb erhalten.

„Ich trete hier in große Fußstapfen“, sagt die neue Präsidentin. Die 56-Jährige hat sich viel vorgenommen: „Ich will mehr die Jugend ansprechen und sie mit der Freundschaft zu Frankreich begeistern.“ Da fallen ihr beispielsweise Kino­abende mit französischen Filmen im Gymnasium ein oder Karaokeabende mit französischen Liedern.

Ein weiteres Feld der deutsch-französischen Annäherung unter der jungen Generation wäre der Sport, denn: „Durch unseren politischen, sozialen und kulturellen Austausch verstehen wir unsere Unterschiede und machen sie so zu unserer Stärke.“ Jörg Volk will „sein Lebenswerk“, wie er sagt, weiter mit der Erfahrung aus 27 Jahren begleiten, auch wenn er nicht mehr im Vorstand ist. Der ehemalige Buchhändler hat Französisch und Germanistik studiert und folgte 1992 Walter Schneider im Amt des Präsidenten. Über ihn sagt er: „Du warst mit eine große Hilfe und Stütze.“ Dieser antwortet: „Du hast immer den Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Das ist für ganz Europa absolut notwendig.“

In Reimform dankt Volk allen Mitstreitern. Auch die jeweiligen Bürgermeister haben die DFG niemals aus den Augen verloren. Der heutige Verwaltungschef Jürgen Dixius, qua Amt im Vorstand, würdigt die Lebensaufgabe: „Jörg Volk hat sich große Verdienste erworben.“ 2013 wurde das mit der Verdienstmedaille und dem Eintrag ins Goldene Buch besiegelt. Der Präsident der Partnergesellschaft in Trier, Joachim Schütze, sagt: „Du hast einer Sache gedient, die größer ist als wir alle.“ Derzeit hat die DFG Saarburg 99 Mitglieder. Pro Jahr wird rund ein Dutzend Veranstaltungen organisiert, beispielsweise die Wandergruppe Les Troubadours, die jeden dritten Sonntag im Monat eine Wanderung organisiert. Eine neue Boulegruppe soll gegründet werden. Weitere Informationen unter www.dfg-saarburg.eu