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Ein weiter Weg zum Brückenschlag

Für die Gemeindeväter war es ein steiniger Weg, der nicht das Verständnis aller Gemeindemitglieder fand und für Diskussionen über die Ortsgrenze sorgte. Nun wird bald Ruhe einkehren, denn die Radwegbrücke über die L 143 wurde gestern eingebaut. Von unserem Mitarbeiter Hans Muth

Kell am See. Der Abriss der ehemaligen Eisenbahnbrücke über der L 143 am Ortsausgang von Kell am See war eine Sache von wenigen Tagen. Seit diesem Tag im Januar 2001 hatte der Schwerlastverkehr freie Fahrt, was vorher durch die zu geringe Höhe von 3.60 Metern nicht möglich war. "Wir haben uns krummgelegt für diese Lösung und endlich haben wir unser Ziel erreicht und damit die Verkehrssicherheit und Lebensqualität wesentlich verbessert", sagte damals Bürgermeister Werner Angsten dem TV. Doch mit der Schaffung des neuen Hochwald-Ruwer-Radwegs tauchte nun das Problem in umgekehrter Reihenfolge auf. Die bis dahin deklarierte Verkehrssicherheit wurde in-frage gestellt, da die Benutzer des Radweges die Trasse verlassen und die L 143 überqueren mussten.

Ein Kostendeckungs-Marathon begann damit, dass der Landesbetrieb Mobilität 2005 mitteilte, eine Radwegbrücke könne der kommunalen Gemeinschaft nicht angelastet werden. Dennoch beschloss der Gemeinderat im November 2006 den Bau einer Brücke und beantragte Mittel aus dem Strukturprogramm des Landes Rheinland-Pfalz.

Die Absage kam im März 2007, was den Gemeinderat veranlasste, Mittel aus dem Investitionsstock des Landes, verbunden mit der Bitte um vorzeitigen Baubeginn, zu beantragen, und der Kreistag beschloss die Übernahme eines Drittels der nicht gedeckten Kosten durch den zu erwartenden Landeszuschuss. Der vorzeitige Baubeginn wurde genehmigt, Planungsauftrag und Ausschreibung erfolgten, und der Verbandsgemeinderat beschloss im Juli 2007 die Übernahme von einem Drittel der nicht durch Landeszuschuss gedeckten Kosten. Im Oktober erfolgte die offizielle Antragstellung von Mitteln aus dem Investitionsstock an das Land Rheinland-Pfalz, und der Kreis Trier-Saarburg setzte die Radwegbrücke auf Position 1 seiner Maßnahmen. Inzwischen steht die Finanzierung für die 98 000 Euro teure Radwegbrücke.

Ortsgemeinde, Verbandsgemeinde, der Landkreis und ein privater Spender brachten schließlich die Summe auf, und der Landesbetrieb Mobilität war bereit, die gesparten Umgehungskosten in die Maßnahme einzubringen. Ortsbürgermeister Markus Lehnen ist zufrieden. "Wir fühlen einen gewissen Stolz darüber, dass wir es trotz der Probleme der letzten Jahre geschafft haben, ein Projekt durchzusetzen, dass die Infrastruktur belebt und für die Radler eine hervorragende Sache sein wird."