Ein Winzer wie aus dem Bilderbuch

Ein Winzer wie aus dem Bilderbuch

TRIER/KONZ-OBEREMMEL. Für jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement hat das Land Rheinland-Pfalz dem Oberemmeler Winzer Franz Burg eine Anerkennung ausgesprochen. Der 58-Jährige erhielt am Donnerstag die Ehrennadel des Landes.

"Franz Burg hat sich zwar nie in der Kommunalpolitik, dafür aber über Jahrzehnte in anderen Gremien engagiert. Und das hat er immer sehr gut gemacht", erklärt Joachim Weber, ehemaliger Ortsvorsteher von Oberemmel, gegenüber dem Trierischen Volksfreund . Weber hatte den 58-jährigen Vollerwerbswinzer noch während seiner Amtszeit für die Auszeichnung des Landes mit der Ehrennadel vorgeschlagen. Kreisbeigeordneter Arnold Schmitt verlieh die Anerkennung am Donnerstag in der Kreisverwaltung Trier-Saarburg. "Franz Burg ist niemand, der große Worte um sein Engagement macht. Er hat stets im Verborgenen gewirkt und gezeigt, dass er bereit ist, Verantwortung zu übernehmen", erklärt Joachim Weber .Burg prägt Ortsbild und Umgebung

Nicht zuletzt habe Burg durch seine Aktivitäten auch das Ortsbild und das Umfeld positiv geprägt. Als Gehöferschaftsvorsteher von Oberemmel beispielsweise habe er maßgeblichen Anteil am jetzigen Aussehen des Waldes. Franz Burg reagiert bescheiden auf die Auszeichnung: "Die Ehrung kam für mich schon überraschend, und ich nehme sie gerne an. Aber in Euphorie verfalle ich deswegen nicht." Dem gebürtigen Oberemmeler habe es immer schon im Blut gelegen, sich für die Allgemeinheit einzusetzen. "Ich war in der Schule schon Klassensprecher, und irgendwie setzt sich so etwas dann fort. Wenn man einmal mit dem Engagement begonnen hat, bleibt man dabei." So hat er über viele Jahre einen Großteil seiner Freizeit in der Freiwilligen Feuerwehr, im Pfarrgemeinderat und im Forstamtsbeirat verbracht. Nach wie vor ist Burg aktiv im Männergesangverein, im Verwaltungsrat der Kirchengemeinde, im Jagdvorstand und im Waldbauverein. Gehöferschaftsvorsteher ist er seit 1982. Ein politisches Amt hingegen sei für den dreifachen Vater nie in Frage gekommen. "Mir war immer wichtig, für alle Seiten offen zu bleiben und mich nicht auf eine bestimmte zu schlagen." Ohnehin verfolge er bei all seinen Ämtern die gleiche Linie: "Das Diplomatische muss im Vordergrund stehen." Im Vermitteln sieht Franz Burg seine Stärke. Die habe er vor allem häufig in seiner Funktion zunächst als Beisitzer, inzwischen als Jagdvorsteher des JagdvorstandsOberemmel eingesetzt. Als Mitte der 90er-Jahre die stark angestiegene Quote der Wildverbiss-Schäden durch die zu hohe Wilddichte problematisch gewesen ist, sei besonderes Fingerspitzengefühl gefragt gewesen. "Bei der Jagd ist viel Geld im Spiel. Da kann man in schwierigen Situationen nicht mit der Keule reinhauen." Grundsätzlich liege Burg die Natur besonders am Herzen. "Deshalb sind die Ehrenämter in diesem Bereich für mich auch mehr als ein Hobby." Andere oder zusätzliche Ehrenämter strebt Franz Burg nicht an. Lange Zeit habe es Wochen gegeben, in denen er keinen Abend zu Hause war, die Familie zurückstecken musste. Deshalb lautet sein Beschluss: "Ich bin dabei, mich in den verschiedenen Gremien nach Nachfolgern umzusehen, die die Dinge gut fortführen. Denn bevor man Altersstarrsinn entwickelt, sollte man sich langsam zurückziehen."