Gesellschaft: Einblicke in die Frauenbewegung: Matinee mit Hedwig Dohm Trio

Gesellschaft : Einblicke in die Frauenbewegung: Matinee mit Hedwig Dohm Trio

Seit 70 Jahren heißt es im Grundgesetz: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Anlässlich dieses Jubiläums hatte die Partnerschaft für Demokratie in der Verbandsgemeinde Konz zu einer Matinee mit dem Hedwig Dohm Trio in den Festsaal des Klosters Karthaus geladen.

Mehr als 50 Gäste waren der Einladung gefolgt.

Das Trio begeisterte die Gäste laut den Veranstaltern durch unterhalt­sam vorgetragene Texte von und Informationen über Hedwig Dohm. Sowohl die witzigen und ironischen Texte von Hedwig Dohm als auch die mitreißende Vortragsart von Isabel Rohner, Nikola Müller und Gerd Buurmann seien gut angekommen.

Die Aktualität der vorgetragenen Texte beeindruckte. Erst recht, wenn man bedenkt, dass Dohm im Jahr 1831 geboren wurde. Dohm, die im Jahr 1919, kurz nach der Einführung des Frauenwahlrechts starb, forderte als Erste in Deutschland bereits im Jahr 1873 die völlige rechtliche, soziale und ökonomische Gleichberechtigung von Männern und Frauen. In ihren Texten lieferte sie sich wahre Wortgefechte mit bekannten Zeitgenossen wie Friedrich Nietzsche oder Georg Groddeck. Anders als viele ihrer männlichen Zeitgenossen ist Dohm heute dennoch kaum bekannt.

Die Bekanntheit der Frauenrechtlerin und die ihres Werkes zu steigern, haben sich Rohner und Müller zur Aufgabe gemacht. Und das aus laut den Veranstaltern nachvollziehbarem Grund. Hedwig Dohm dürfe ohne Frage, nicht zuletzt wegen ihrer Forderung des Frauenwahlrechtes, als eine Pionierin der Demokratie bezeichnet werden. Die erforderliche Beharrlichkeit, mit der sie und auch Generationen von Frauen nach ihr für die Gleichberechtigung eingetreten seien, habe sie in folgendem Satz treffend zusammengefasst: „Man kommt sich auf dem Gebiete der Frauenfrage immer wie ein Wiederkäuer vor“.

Diese Einschätzung teilten auch die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Trier-Saarburg, Anne Hennen, und ihre Kolleginnen. Hennen ermutigte alle Anwesenden, weiter für die Rechte der Frauen einzutreten. Denn auch heute noch sei die Gleichberechtigung von Frauen und Männern nicht überall Realität.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Reihe „70 Jahre Grundgesetz“, die von der Partnerschaft für Demokratie in der Verbandsgemeinde Konz organisiert wird, durchgeführt. Diese wird durch das Ministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ gefördert.

Weitere Informationen zur Partnerschaft für Demokratie in der VG Konz online unter www.demokratie-leben-konz.de

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