Eine enge Freundschaft

MERZIG. "Vive Merzig, Vive St. Médard": Serge Lamaison, Bürgermeister des französischen St. Médard, blickt zufrieden auf zwei Jahrzehnte Partnerschaft zurück.

1986 gingen Merzig und St. Médard nahe Bordeaux eine Partnerschaft ein. Jetzt feierten Saarländer und Franzosen deren 20-jähriges Bestehen. Der damalige Merziger Oberbürgermeister Walter Anton und Serge Lamaison hatten sich damals zusammen mit vielen Mitstreitern für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stark gemacht. Seither ist eine Partnerschaft gewachsen, die von Schulen, Vereinen, Organisationen und Privaten mit Leben gefüllt wird. Die VHS und der Freundeskreis St. Médard pflegen seit Beginn der Partnerschaft regelmäßigen Kontakt. Seit 1986 sind das Collège François Mauriac und die Realschule Merzig freundschaftlich verbunden. In einem Festakt in der Stadthalle Merzig unterzeichneten Oberbürgermeister Alfons Lauer und Serge Lamaison erneut eine Urkunde, um den Fortbestand der Jumelage zu sichern. "Hier ist nic - hts von oben Verordnetes entstanden, sondern eine echte Freundschaft", zog Lauer erfreut Bilanz. Lamaison sah das genauso: "Die Partnerschaft ist lebendig, entwickelt sich weiter gut und entspricht den Erwartungen der Bürgerschaft", berichtete der Gast aus Frankreich. Lauer überreichte Lamaison, der Schirmherr beim Viezfest war, das erste Exemplar einer Jubiläumsbroschüre, die viele Informationen und historische Fotos zur 20-jährigen Geschichte der Jumelage enthält. Lamaison dankte mit einem silbernen Teller, den er zum Jubiläum anfertigen ließ. Damit die Jumelage künftig Bestand hat, setzen beide Seiten auf die Vermittlung der Sprache des Nachbarn. Die fünf städtischen Kindergärten berichteten, wie bei ihnen bereits Kindergartenkinder spielerisch Französisch lernen. Auch in St. Médard können Freunde der Jumelage Deutsch lernen. Sprachkurse für Anfänger und Fortgeschrittene werden für alle angeboten, die Lust haben, bei ihren Besuchen in Merzig mehr von Land und Leuten kennen zu lernen. Neben den Kindergartenkindern, die für die Feier französische Lieder einstudiert hatten, hatten das Akkordeon-Orchester Bietzen und die Christian-Kretzschmar-Realschule Merzig für ein würdiges Programm gesorgt. Das Comité de Jumelage unter der Leitung von Joëlle Perinelle revanchierte sich mit zwei Sketchen in deutscher Sprache, die ebenfalls ganz nach dem Geschmack des Publikums waren. Nicht nur ihr Einbrecher, der sich als Radio entpuppte, sorgte für Lacher, auch ihr Karl-Valentin-Sketch gefiel den Gästen, unter denen auch eine 40-köpfige Delegation aus St.Médard war.

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