Eine Frau, die anpackt

HINZERT. Spielplatz, Ortseingang, Friedhof, Mariengrotte – dort hat Mathilde Schmitt im letzten Jahr viel Zeit verbracht. Als Gemeindedienerin setzt sie sich für ein schöneres Hinzert ein.

Seit August vergangen Jahres, seit die 53-jährige jede Ecke der kleinen Gemeinde genauestens im Blick hat, hat sich einiges verändert: acht Bänke, die zu einem Päuschen einladen, wurden saniert, der Friedhof neu gestaltet, der Spielplatzturm "rund erneuert", Rosen zieren jetzt die Bushaltestellte. Die aktive gebürtige Hinzerterin scheut keine Arbeit. Als sie 18 war, starb ihr Vater. Sie und ihre beiden Schwestern mussten noch mehr mit anpacken. "Mitzuhelfen, drinnen und draußen, war für uns eine Selbstverständlichkeit." Die Folge war, dass sie mit der Sense mähen, anstreichen, hämmern und sägen kann. "Ich werkle gerne draußen". Ob Mann oder Frau als Gemeindedienerin, spiele überhaupt keine Rolle. Einzige Voraussetzungen: Frau muss handwerklich geschickt sein und muss Ideen haben. "Sie darf kein Mimöschen sein." Und sie dürfe sich Grenzen eingestehen und, wenn notwendig, um Hilfe rufen. Ihre Erfahrung hat gezeigt, dass immer jemand zur Stelle ist, wenn es alleine nicht mehr geht. "Wenn Mathilde ruft, dann springen unsere Männer", haben schon einige Frauen scherzhaft zu ihr gesagt. Den Job als Gemeindedienerin hat sie gerne angenommen. Denn so ganz ohne Verpflichtung außerhalb des privaten Umfeldes möchte sie nicht sein. Bis zur Erkrankung ihres Mannes arbeitete die Einzelhandelskauffrau in der Küche des Hermeskeiler St. Josef Krankenhauses. Sie ist beurlaubt, pflegt den Mann und ihre Mutter Margarethe (86), die älteste Bürgerin von Hinzert. Sie ist stolz, dass alles gut läuft: "Man sieht einem Ort an, dass da jemand ist, der sich kümmert."

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