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Eine Hand reichen in den schwersten Stunden

Eine Hand reichen in den schwersten Stunden

Schwerstkranke und ihre Angehörigen werden seit Anfang des Jahres in ihrer letzten Lebensphase von einer ehrenamtlichen Hospizgruppe der Malteser betreut. Die Arbeitsgemeinschaft Hospiz-Palliativ-Netz will jetzt den Hospiz-Gedanken weiter ins Bewusstsein der Öffentlichkeit tragen.

Saarburg. Erna T. (Name von der Redaktion geändert) ist 67 Jahre alt. Mit der Diagnose "Knochenkrebs - unheilbar" bricht für die Rentnerin, Mutter und Großmutter die Welt zusammen. "Wie lange habe ich noch?", fragt sie ihren Arzt, "und was wird aus meinen Kindern und Enkeln?"
"Derzeit betreuen wir zehn solcher oder ähnlicher Fälle", sagt Rolf Theiß, Arzt in Saarburg und Malteser Stadt- und Dekanatsbeauftragter.
Theiß hat eine Praxis für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie am Fruchtmarkt und ist Mitglied im Sprecherrat der Arbeitsgemeinschaft des Hospiz-Palliativ-Netzes Saarburg. Dieser Rat besteht aus Ärzten, Pflegekräften, Geistlichen und anderen Fachleuten, die sich mit den Leiden alter und kranker Menschen beschäftigen.
13 fertig ausgebildete Hospizhelfer gibt es bereits. Weitere vier sind in Ausbildung, die mehrere Monate dauert und sehr intensiv auf eine nicht einfache Aufgabe vorbereitet.
"Hospizhelfer sind keine Pfleger, sondern Betreuer und Tröster", macht Ulrich Novak deutlich. Die wichtigste Qualifikation sei Nächstenliebe und eine gefestigte Persönlichkeit, die nicht mit eigenen psychischen Problemen zu kämpfen hat, so der Vorsitzende des Sprecherrates.
"Es sollten sich noch mehr Hausärzte bewusstmachen, dass es in Saarburg eine funktionierende Hospizarbeit gibt", appelliert der Leiter des Malteser Hospizdienstes, Thomas Biewen. Er vermutet, dass die Zahl der zehn derzeit betreuten Fälle in den nächsten Jahren stark steigen wird, denn die Menschen werden immer älter und somit die Aufgaben des Hospizhelfers immer wichtiger. Deshalb müsse die Zusammenarbeit mit allen Einrichtungen der Altenhilfe, dem Krankenhaus und den Hausärzten weiter verstärkt werden.
Theiß ist Palliativmediziner und somit spezialisiert auf unheilbar kranke Menschen. "Die Familien, die Schwerstkranke pflegen, werden mitbetreut. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt der Arbeit eines Hospizhelfers", macht der Facharzt deutlich. Außerdem sei dieser Dienst am Nächsten kostenlos, weil es ein Ehrenamt ist.
Derzeit wird eine Projektwoche zum Thema Hospizarbeit in Saarburg vorbereitet, die vom 30. Oktober bis 6. November stattfinden soll.
Der Leiter des Malteser-Hospizdienstes, Thomas Biewen, ist unter Telefon 0651/1464823 oder über die E-Mail- Adresse thomas. biewen@malteser.org erreichbar.
Das erste Hospiz (lat. hospitium "Herberge") wurde von Cicely Saunders (1918- 2005) im Jahre 1967 in London gegründet. In Deutschland gab es im Jahr 2007 151 stationäre Hospize, darunter das Hospizhaus in Trier, dessen Bau maßgeblich durch Spenden der TV-Leser im Rahmen der Aktion Da sein möglich wurde. Darüber hinaus gibt es 139 Palliativstationen in Krankenhäusern und 1450 ambulante Hospizdienste. Der Deutsche Hospiz- und Palliativ-Verband informiert im Internet auf den Seiten www.hospiz.net über seine Arbeit. doth