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Eine kleine Kirche geht auf Reisen

Spenden : Eine kleine Kirche geht in Fisch auf Reisen

Corona ließ eine Präsentation des Spendenweines für die Renovierung der Pfarrkirche Fisch im Dorfpark Lebensfluss nicht zu. Jetzt wollen die Unterstützer einer Spendenaktion für das Gotteshaus das Modell für diesen Zweck in Saarburg einsetzen.

Immer wieder funkt die Corona-Pandemie bei Veranstaltungen dazwischen. Die beiden Spendenweine für die Renovierung der Fischer Pfarrkirche St. Jakobus d.Ä., im Dorf nur liebevoll Jäb genannt, sollten im Dorfpark Lebensfluss präsentiert werden und Geld für die Reparatur des Daches zusammenkommen. Aber daraus wurde nichts.

Doch in Fisch gibt man nicht so schnell auf und entwickelte einen Plan B. In der Diskussion des Kirchengemeinderates und weiterer Unterstützer, wie das Problem zu lösen ist, erinnerte Heiko Valentin die Initiatoren daran, dass seit 15 Jahren das Modell der Pfarrkirche in seiner Scheune steht. Es war anlässlich des Viezfestes 1996 gebaut worden und lief in mehreren Festzügen mit.

Der Nachbau im Maßstab 1:7 geht am Samstag, 7. November, auf Reisen. Die Kirche aus Sperrholzplatten, wird vor dem Edeka-Markt von Michael Eble im Gewerbegebiet Irscher Straße in Saarburg aufgestellt. Von 9 bis 15 Uhr wirbt sie für die beiden Spendenweine „fir de Häip vum Hällijen Jäb“ (für die Hütte des Heiligen Jakob), denn die Kirche am Jakobsweg unterhalb von Fisch braucht eine Renovierung, die geschätzt eine halbe Million Euro kosten wird.

Davon sind von der Pfarrgemeinde stolze 200 000 Euro aufzubringen. Den Rest übernimmt das Bistum. Auch die Jakobsbruderschaft Trier, die älteste ihrer Art in Deutschland, hat bereits ihre Unterstützung zugesagt.

„Das Motto Spenden und Genießen bleibt. Wir müssen die Aktion jetzt zum Laufen bringen“, drängt Bürgermeister Otmar Wacht, denn das Dach ist undicht, die Schieferschindeln porös und Wasser läuft ins Mauerwerk.

Sechs Wochen lang wird es die beiden Jäb- Weine, einmal trocken und einmal fruchtig, im Markt zu kaufen geben. Auch der passende Käse, der eigentlich mit im Dorfpark angeboten werden sollte, ist im Markt vorrätig. Pastor Georg Goeres ist der Meinung: „Der Wein des Jäb wäre doch ein schönes Weihnachtsgeschenk.“

Was das kleine Gotteshaus so wertvoll macht ist nicht nur sein Alter mit der ersten Erwähnung um 1330, sondern vor allem der Turm mit Gebälk, dessen Alter auf 1200 Jahre geschätzt wird, denn vor dem Steinbau gab es bereits eine Kirche aus Holz.

Einzigartig in der Region: Diesen geschätzt mehr als 800 Jahre alten Dachstuhl des Kirchturmes gilt es zuerst zu erhalten. Das Holz soll rund 1200 Jahre alt sein. Foto: Herbert Thormeyer

Jeder Schluck eine gute Tat und ein Genuss: Zehn Euro kostet die Flasche, von denen vier in die Renovierung der Kirche fließen. Mehrere Jahre wird wohl an dem kleinen Gotteshaus gearbeitet werden, und immer wieder ein neuer Jahrgang Jäb- Wein genussvoll bei den Kosten helfen.