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Eine Prinzessin greift nach der Krone

KONZ. Prinzessin ist sie schon. Nun möchte sie Königin werden. Angela Thurn aus Konz-Roscheid stellt sich am Samstag, 19. August der Wahl zur Saar-Obermosel-Weinkönigin. ARRAY(0x2bdbd10b0)

Winzerin ist Angela Thurn nicht. Dennoch passt es gut zu ihrem Beruf, dass sie seit einem Jahr als Weinprinzessin durch die Lande zieht und nun Saar-Obermosel-Weinkönigin werden möchte: Die Konzerin ist Reiseverkehrskauffrau bei der Moselland-Touristik und versucht täglich, Gäste aus ganz Deutschland für die Region - und für ihren Wein - zu gewinnen. "Ich organisiere Weinproben, Kellerbesichtigungen, Weinbergführungen und Weinfeste", sagt die 22-Jährige Konzerin. Wein und Tourismus, das gehöre in der Region einfach zusammen.In zwei Anbaugebieten zu Hause

Von ihrem Elternhaus in Konz-Roscheid aus lässt sie ihren Blick über die Weite des Moseltals schweifen. Dass ihre Heimatstadt Konz zwischen Mosel und Saar liegt, gefällt ihr: "So kann ich beide Anbaugebiete gleichermaßen repräsentieren", sagt sie. In einem Jahr als Weinprinzessin hat Angela Thurn bereits viele Erfahrungen gesammelt: war auf vielen Weinfesten, hat Weinlehrpfade eröffnet und die Region auf einer Weinmesse in Berlin repräsentiert. Dabei hat sie viel gelernt. Nicht nur über Wein und seinen Anbau, sondern auch über sich selbst. "Man verändert sich", sagt sie. "Ich bin selbstbewusster geworden." War sie vor einem Jahr noch sehr aufgeregt, vor vielen Menschen auf einer Bühne zu stehen, so kommt ihr dies mittlerweile vertraut vor. Geholfen haben mag ihr neben der Erfahrung auch ein Seminar - von einer Weinkönigin für Weinköniginnen und jene, die es werden wollen. "Wie baut man eine Rede auf, Styling-Tipps, Kommunikation, Wie gibt man eine gute Figur ab", fasst Angela Thurn einige Inhalte des Seminars zusammen. Für den Wein unterwegs zu sein macht ihr Spaß. Es sei schön, viel herumzukommen und Menschen kennen zu lernen, schön, Komplimente für das elegante Kleid zu bekommen, und auch die vielen Blumen seien toll. "Aber am meisten Spaß macht mir das viele Weintrinken", sagt sie. "Wein ist etwas ganz besonderes. Das kann man nicht vergleichen mit Bier oder Sprudel." Ein guter Wein ist für sie leicht bekömmlich, fruchtig, nicht zu trocken und verursacht keine Kopfschmerzen. Am liebsten trinkt die Weinprinzessin lieblichen Riesling und trockenen Elbling: den Elbling zum Essen und den Riesling später. Ihr Freund unterstützt sie in dem, was sie als Weinprinzessin und vielleicht künftige Saar-Obermosel-Weinkönigin tut - und fährt. "Zwei Glas Wein trinkt man ja schon, mindestens", das werde auch erwartet, sagt sie - und mit dem Fahren werde es da irgendwann schwierig. Unter der Woche wohnt Angela Thurn in Bernkastel, wo sie auch arbeitet. Am Wochenende kommt sie nach Konz und ist Prinzessin: Jedes Wochenende gebe es zwei bis drei Termine, sagt sie. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für Anderes: mal ins Fitness-Studio gehen oder das Geige spielen üben. Dennoch will die 22-Jährige bald ein Abendstudium zur Betriebswirtin für Touristik beginnen. Zur Weinkirmes entscheidet sich nach einer öffentlichen Fragerunde am 19. August, ob sie oder ihre Mitbewerberinnen Jessica Willems oder Katrin Schmitt die Krone der Weinkönigin aufsetzen werden.