Eine Probealarm der besonderen Art

Eine Probealarm der besonderen Art

Einmal im Jahr muss jede Schule eine Evakuierungsübung absolvieren. In Gusenburg arbeiteten dabei Feuerwehr, Rotes Kreuz, Lehrer und Eltern zusammen. Auch Fertigkeiten in Erster Hilfe wurden geübt. Zum Helfen ist niemand zu klein.

Gusenburg. "Hilfe, Hilfe, die Schule brennt", rufen die Kinder der Grundschule. Laut heult die Sirene auf dem Schuldach auf. Bald ist das Tatütata der Feuerwehr zu hören. Schüler müssen unter schwerem Atemschutz aus dem Gebäude geholt werden. Acht Schüler sitzen unter dem Dach fest und können nur durch eine große Feuerwehrleiter herausgeholt werden.

Soweit die angenommene Lage, die jetzt an der Grundschule Gusenburg geübt wurde. "Diese Übung haben wir uns mit Jugendwehrführer Marco Hares beim Besuch der Feuerwehr ausgedacht", erklärt Schulleiterin Marion Thommet. Der Grund ist ganz einfach: "Einmal im Jahr muss an jeder Schule eine Evakuierungsübung durchgeführt werden." Die Rettungswege müssen gut bekannt sein, sowohl bei den Schülern als auch bei den Rettern.
Auch an Erste Hilfe gedacht


Die Lehrerin ging aber noch weiter. "Mit Iris Wilhelm und Rita Nickels haben wir zwei Krankenschwestern unter den Eltern, die sich mit Erster Hilfe bestens auskennen", sagt die Schulleiterin. Die Kinder lernten Verbände anzulegen, die stabile Seitenlage des Verletzten und den Umgang mit dem Defibrillator. "Zum Helfen ist niemand zu klein", sagt die Pädagogin.
Rotes Kreuz und Feuerwehr arbeiteten auf dem Schulhof Hand in Hand. Fünf Feuerwehrfahrzeuge und ein Rotkreuzwagen waren angerückt. Mehr als 30 Helfer waren im Einsatz. Alle Handgriffe konnten von den Grundschülern verfolgt werden. Besonders imposant war das Ausfahren der großen Feuerwehrleiter, die aus Thalfang angerückt war. "Der Gerätewagen Atemschutz kam aus Zerf", sagt Jugendwehrführer Hares. Das Besondere an der Übung sei, dass sie während des realen Schulbetriebes stattfinden konnte.
Die Jugendwehr hatte auch einen Stand mit Werbematerial für ihre Truppe aufgebaut, denn Nachwuchs wird immer gebraucht. Derzeit gibt es elf Kinder und Jugendliche in der Gusenburger Wehr, darunter zwei Mädchen. 34 Aktive bilden das Stammpersonal. "Im nächsten Jahr wollen wir mit einer Bambiniwehr an den Start gehen, um die Zukunft unserer Wehr langfristig zu sichern", kündigt Hares an. Dann kann man schon mit zarten sechs Jahren Retter werden.
Richtig geholfen hat Hannah Leoni Adams (9). Sie verband den Arm von Verletzten, und stellt fest: "Zu helfen, das macht Mut." Einen Verletzten spielte Felix Welter. Der Neujährige musste unterm Schuldach im Qualm ausharren, bis die Retter kamen. "Es ist doch gut, wenn jemand hilft", stellt er nach dem Ende der Übung in Gusenburg fest.