Eine Reise in die Konzer Vergangenheit

Lebendige Geschichte : Eine Reise in die Konzer Vergangenheit

Das Freilichtmuseum Roscheider Hof erwacht für ein Wochenende zum Leben und bietet Besuchern einen spannenden Einblick in die Zeit um 1900.

(red) 45 Darsteller werden am Samstag, 17., und Sonntag, 18. August, von 10 bis 18 Uhr das Museumsdorf im Freilichtmuseum Roscheider Hof zum Leben erwecken und interessierten Besuchern einen Einblick in eine längst vergangene Zeit ermöglichen.

Das Jahr 1900 klingt an sich gar nicht so weit weg, ist jedoch in keiner Weise mit dem heutigen Leben vergleichbar, dass viel von Elektronik und Schnelligkeit geprägt ist. So kann man von einem tatsächlichen Zeitsprung sprechen, wenn das Fräulein Lehrerin die Kinder des Dorfes in mehreren Altersklassen zusammen unterrichtet oder die Krämersfrau ihren Laden mit Dingen des alltäglichen Bedarfes bestückt. Selbst gemachte Bonbons, Seife, Bürsten, Backsoda und viele weiteren nützliche Dinge gehören zum Sortiment in Roscheid.

Die Puppenmacherin gestaltet ihre Porzellanpuppen in ihrer Kammer und der Bäcker beheizt den Steinbackofen, backt Brot und Kuchen nach Rezepten aus der alten Zeit.

Die Kinder fahren mit dem Bollerwagen durch das Dorf oder füttern die Hühner mit den Resten der Küche. Der Wirt betreibt inmitten dieser Oase sein Gasthaus bei Bier aus Bügelflaschen oder selbst gemachtem Sirup und Limonade. Inmitten dieser Szenerie gesellt sich für dieses Wochenende eine Militäreinheit, um ihr jährliches Manöver abzuhalten. Hierzu werden die Soldaten mittels Einquartierungsschein den einzelnen Familien im Ort zugewiesen. Diese stellen für jene eine Schlafgelegenheit zur Verfügung.

Tagsüber gestaltet sich die militärische Ausbildung sehr variantenreich. Von der Marsch- und Exerzierausbildung, über Waffen- und Uniformkunde bis hin zur Manöverausbildung im Felde. Hierbei wird eine Gruppe Soldaten auf dem Gelände in Stellung gehen und die zweite Gruppe erhält den Befehl diese Gruppe, als gespielten Feind, aufzuklären und zu bekämpfen.

Bei der anschließenden Manöverkritik des kommandierenden Offiziers wird das Erlebte besprochen, Fehler aufgedeckt und beim nächsten Mal verbessert. Als besonderes Erkennungsmerkmal dieser Epoche dient die bekannte Pickelhaube, deren Zweck es ursprünglich war, Säbelhiebe bei Kavallerieattacken abzuwehren. Auch ein Telegrafentrupp wird seine Leitungen verlegen, um die Kommunikation der Befehlskette aufrechtzuerhalten.

Der Roscheider Hof wird an diesem Wochenende seiner Aufgabe einer Zeitkapsel im Besonderen gerecht. Dort kann man gut einen Museumsbesuch mit einer außergewöhnlichen Sammlung alter Handwerksberufe und einer historisch sehr bedeutsamen Darstellung echter Menschen in altem Gewand an einem Tage erleben.

Mehr Informationen online unter
www.roscheiderhof.de

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