Eine richtig starke Truppe

Hermeskeil/Reinsfeld · Binnen kurzer Zeit sind die Aktiven des Deutschen Roten Kreuzes vom Ortsverein Hochwald zu einem Team zusammengewachsen. Frühere Fusionsversuche der Ortsvereine Hermeskeil und Reinsfeld waren gescheitert.

Hermeskeil/Reinsfeld. Reinsfeld brachte den aktiven Bereitschaftsdienst und die Jugendrotkreuzgruppe ein, Hermeskeil den erfolgreichen Sozialdienst, viele Fördermitglieder und ein Vereinshaus. "Es hat optimal gepasst", sagt Michael Hülpes, Vorsitzender des "neuen" Ortsvereins (OV) Hochwald des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Er ist stolz auf den finanziell gesunden Verein - vor allem aber auf die geglückte Fusion der zuvor eigenständigen und sehr verschiedenen Ortsvereine (siehe Extra).
Dass es damit klappte, ist laut Hülpes Stellvertreter Anthony Roper, zuvor Reinsfelder OV-Vorsitzender, das Ergebnis vernünftiger Gespräche. Sie hätten sich zusammengesetzt und Vor- und Nachteile abgewogen, was anfängliche Skepsis schwinden ließ. Bei daraufhin getrennt einberufenen Mitgliederversammlungen wurde jeweils mehrheitlich beschlossen, zu fusionieren. Ein Jahr später hat sich der mutige Schritt bewährt. Geschäftsführerin Melani Wahlen bezeichnet die Stimmung im OV Hochwald als super: "Wir sind jetzt eine richtig starke Truppe." Alle hätten erkannt, dass sie gemeinsam mehr auf die Beine stellen könnten.
Vielleicht war auch deshalb der Andrang beim jüngsten Blutspende-termin so groß. 255 Spender standen Schlange. "Wir mussten Brot nachkaufen", erzählt Sozialdienstleiterin Gisela Ostermann. Außerdem erklärten sich etwa Zweidrittel der Fördermitglieder bereit, freiwillig höhere Mitgliedsbeiträge als jährlich mindestens 13 Euro zu zahlen. Neue Mitglieder - fördernde wie anpackende - sind laut Hülpes willkommen.
Ein sichtbares Zeichen der gelungenen Fusion ist das gebraucht gekaufte neue Fahrzeug des OV. Der Verein hat es auf eigene Kosten wie einen Rettungswagen der gleich nebenan ansässigen DRK-Rettungswache ausgestattet. Einer der dort angestellten 22 Mitarbeiter ist Frank Becker, der sich als Bereitschaftsleiter des OV ebenso wie etliche Kollegen auch ehrenamtlich engagiert.
Neben Fachleuten wie Rettungsassistenten und -sanitätern ist als ehrenamtlicher DRK-Bereitschaftsarzt auch Dr. Ortwin Zais dabei. Das Bereitschaftsteam leistete allein in den jüngsten vier Monaten 370 ehrenamtliche Stunden - die des Sozialdienstes bei jährlich zehn Blutspendeterminen nicht eingerechnet.
2013 zählte der OV knapp 1300 Blutspenden und ist damit eine der eifrigsten Gruppen in ganz Rheinland-Pfalz. Die Aufgabe des Bereitschaftsteams ist es, Erste Hilfe bei größeren Veranstaltungen wie Sportevents oder Karnevalsumzügen zu leisten oder auch Atemschutzübungen der Feuerwehr zu betreuen. Außerdem kann es für den Katastrophenschutz angefordert werden und bei Großeinsätzen den regulären Rettungsdienst ablösen, der so für etwaige Notfälle frei wird.
Nächste Blutspendetermine: Reinsfeld, Kulturhalle: 26. August und 18. November, jeweils dienstags, 18 bis 21 Uhr.
Hermeskeil, Hochwaldhalle: 11. Oktober und 13. Dezember, jeweils freitags, 16 bis 20 Uhr.
Extra

Beide Vereine haben ihre Stärken. Die Bereitschaft des OVs Reinsfeld rückte, obwohl nur für den eigenen Ort zuständig, zu Veranstaltungen und Einsätzen in der gesamten Verbandsgemeinde aus. Denn in Hermeskeil gab es seit 2003 keine Bereitschaft mehr - dafür aber erfolgreiche Blutspendetermine, Altkleidersammlungen, Seniorennachmittage und caritative Geschenkaktionen. Außerdem hatte der OV mit viel Eigenleistung ein Vereinshaus gebaut, in dem Erste-Hilfe-Kurse für Führerscheinbewerber oder Mitarbeiter von Firmen angeboten werden. Das unterschiedliche Engagement spiegelte sich in den Mitgliederzahlen wider: 2007 waren es beim OV Hermeskeil 750, beim 1934 gegründeten OV Reinsfeld 90. Heute hingegen sind es infolge altersbedingten Ausscheidens insgesamt nur mehr noch 650. Davon engagieren sich ehrenamtlich: zehn Jugendrotkreuzler sowie 20 im Bereitschafts- und 25 im Sozialdienst. urs