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Kultur: Eine Stimme zum Niederknien

Kultur : Eine Stimme zum Niederknien

Irina-Holzinger-Band gastiert in der Kanzemer Pfarrkirche. Bislang singt sie nur Englisch, das soll sich aber ändern.

Nach dem begeisternden Auftritt im vergangenen Jahr gastierte die Irina-Holzinger-Band nun erneut in Kanzem. Der zweite Vorsitzende des Kulturvereins, Hans-Joachim Gernert, hat das Konzert der Irina-Band im letzten Jahr in einer Vinothek noch gut im Ohr: „Das war ein toller Abend mit einer Stimme zum Niederknien.“ Jetzt gastierte Irina Holzinger mit ihren fünf Musikern noch einmal in Kanzem und musste dafür nur die Straßenseite wechseln, in die Pfarrkirche. Vereinsvorsitzender René Morbé hatte gehofft, dass mehr Zuhörer kommen als beim letzten Mal. Die Hoffnung sollte leider unerfüllt bleiben: „Es waren rund 40.“

Dabei wurde auch von ihm diese Musik als sehr „erfrischend“ empfunden. Doch wer gekommen war, der hat ein exzellentes Klanggebilde serviert bekommen, mit Energie, Poesie und Harmonie und der unglaublichen Stimme von Irina, die fast ein wenig an Janis Joplin erinnert.

Die Luxemburger Formation gibt es seit 2011. „Erst gaben Kim Mersch und ich Konzerte auch in ganz kleinen Cafés, aber bereits mit eigenen Kompositionen“, erinnert sich die Sängerin. Aber die beiden wollten mehr Klangvielfalt und suchten sich weitere Musiker (siehe Extra). Inzwischen trägt jeder in der Band Stücke bei. Doch die Texte sind alle von Irina. Noch sind diese alle in Englisch, aber im nächsten Jahr soll die dritte CD erscheinen, auch mit deutschen Titeln. Ein Stück entsteht so: „Ich lasse mich von der Melodie inspirieren. Über die Bilder im Kopf komme ich zum Text.“

Heraus kommen dabei Stücke wie „Keep on Walking“. Da geht es darum nicht aufzugeben und immer weiterzumachen. Mit „Maria“ wird die Großmutter von Kim Mersch beschrieben, eine Frau italienischer Abstammung, die zu leben und zu genießen wusste und der mit diesem Musikstück ein Denkmal gesetzt wurde. In „Why“ wirft Irina die Frage auf, warum Menschen immer mehr wollen und nicht zufrieden sein können mit dem, was sie haben.

In ihrem Stil gibt es Anleihen aus Rock, Pop und Folk, mal dynamisch, mal sanft. In der Kirche zu spielen, war für die Band eine Premiere, nicht nur aufgrund der Akustik. Zunächst musste der Altar nach hinten gerückt werden, denn Schlagzeuger Tom Roilgen sitzt in einem Plexiglaskasten, um die anderen Musiker mit seinem Trommeln nicht zu irritieren. „Dieser Raum, der trägt“, freut sich die Sängerin. „Das ist eine coole Kulisse und eine tolle Stimme, aber harte Bänke“, sagt Zuhörerin Stephanie Neukirch-Meyer aus Wiltingen nach dem Konzert. Felix Giese aus Kanzem meint: „Das war super, besonders die rockigen Stücke.“ Er gönne Irina und ihrer Band eine große Zukunft.