Eine unübersichtliche Schlägerei und ihre Folgen vor Gericht

Ein zum Tatzeitpunkt noch 17 Jahre alter Jugendlicher und sein 26-jähriger Bruder mussten sich vorm Jugendschöffengericht Idar-Oberstein wegen gemeinschaftlich begangenen Körperverletzung verantworten. Sie verließen das Gerichtsgebäude jedoch straffrei.

Hilscheid/Herrstein. (red) Die beiden jungen Männer aus einem Ort in der Verbandsgemeinde Herrstein waren am Karnevalssonntag 2008 nach dem Fasnachtsumzug in Hilscheid/Hunsrück in eine Schlägerei im Ausgangsbereich des Bürgerhauses verwickelt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, zwei dort anwesende Gäste in alkoholisiertem Zustand angegriffen, geschlagen, geschubst und auf den Boden geworfen zu haben. Nach Aussagen mehrerer Zeugen hatten sie die am Boden Liegenden dann noch mit Tritten und Faustschlägen malträtiert.

Die Angeklagten bestritten dies und stellten sich selbst als Opfer dar, sie seien angegriffen und geschlagen worden.

In einer umfangreichen Beweisaufnahme, in der nicht weniger als zwölf Zeugen gehört wurden, konnte über den tatsächlichen Sachverhalt letztlich keine Klarheit mehr gewonnen werden. Während ein Teil der Zeugen den Anklagevorwurf zumindest teilweise bestätigte, legten andere dar, die Angeklagten seien tatsächlich ihrerseits angegriffen und geschlagen worden.

Ein dritter Teil der Zeugen schilderte den Sachverhalt so, dass neben den Angeklagten und den Verletzten eine Vielzahl von Personen an der Schlägerei beteiligt gewesen seien und eine genaue Zuordnung der einzelnen Beteiligten und ihre Tatbeiträge ihnen nicht möglich sei.

Im Ergebnis sah sich das Gericht wegen der unklaren Beweislage außerstande, eine Verurteilung auszusprechen und veranlasste, das Verfahren einzustellen.