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Eine Woche Ferienvergnügen in Züsch: Eltern machen’s möglich

Schulen : Ferienvergnügen in Züsch: Eltern machen’s möglich

Dorfrallye, Ausflüge und Naturprojekte: Das einwöchige Freizeitprogramm in Züsch startet diese Woche und geht bereits in die dritte Runde. Ermöglicht wird es von Lehrern und einigen freiwilligen Helfern.

Das Projekt könnte auch anderenorts Schule machen. Seit 2016 stellen Eltern in Züsch auf eigene Initiative ein einwöchiges Ferienprogramm für ihre Kinder zusammen. Die Betreuung übernehmen sie in Zweier- oder Dreier-Teams, die sich abwechseln. In diesem Jahr beteiligen sich rund ein Dutzend Helfer, darunter auch Lehrer, die vom heutigen Montag an bis zum 29. Juni ein Programm organisieren.

Alexandra Serwene, von deren drei Kindern zwei die Züscher Schule besuchen, ist zum dritten Mal dabei. Sie ist froh, dass es das Angebot gibt, das mit zehn Euro pro Kind sehr günstig sei. Selbst die eine Woche sei „eine Erleichterung“, sagt sie, da die Kinder von 8 bis 16 Uhr betreut würden – und das mit Spaß, Spiel und Naturerlebnissen. Favoriten für die diesjährige Freizeit sind laut Schulleiter Armin Loos zwei Naturprojekte: die hinter der Schule geplante Steinmauer für Reptilien und Insekten und eine Blumenwiese.

Schon in den Jahren zuvor hätten sie Tolles gemacht, erzählt Lehrerin Claudia Müller, die wie Loos mehrere Tage bei der Betreuung unterstützt. Als Beispiele nennt sie ein aus gesammeltem Holz zusammengebautes „Waldsofa“, einen Besuch am örtlichen Reiterhof, die Verkehrsschule oder das gemeinsame Pizzabacken. Die Woche sei für alle eine Bereicherung. Die Kinder hätten ihren Spaß und man selbst dieses Glücksgefühl: „Was kann ich Schöneres in ein Kind investieren als Zeit und Engagement.“

Träger der Freizeit ist seit 2017 die Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil. Im ersten Jahr sprang das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Hermeskeil ein. Engagierte Eltern hatten bereits ein Programm erstellt, doch sie wären als Betreuer nicht versichert gewesen. MGH-Leiter Christoph Eiffler unterstützte daher das „solide Projekt“, in dem Eltern etwas für Eltern machten. Wer sich in seiner Freizeit engagiere, solle „auch einen guten Schutz haben, wenn etwas passiert“, sagt Eiffler. Außerdem wurden die Eltern für ihre neue Aufgabe qualifiziert. In Schulungen befassten sie sich mit Kindeswohl und Aufsichtspflicht sowie mit Naturprojekten und Spielen.

Ebenfalls eingebunden ist Dominic Krämer, der als VG-Jugendpfleger betreuende Eltern qualifiziert. Der „geistige Stifter“ des Modellprojekts im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe sei Eiffler, betont Krämer. Er ist sicher, dass sich das Konzept auf andere Orte übertragen lasse – je nach Bedarf und vorhandenen Kapazitäten. Es brauche immer Partner wie eine Schule und geeignete Räume. In Züsch sei das „eine coole Sache“, an der ihm vor allem „das hohe ehrenamtliche Engagement“ und „der solidarische Gedanke, sich gegenseitig zu unterstützen“ imponiere.