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Eine Zeitreise durch die Vergangenheit

Eine Zeitreise durch die Vergangenheit

Die Stadt Saarburg feiert in diesem Sommer den Bau der Burg vor 1050 Jahren. Dazu gibt es eine Fotoausstellung, eine Zeitreise sowie einen Glockenguss. Zudem gastiert das Saar-Hunsrück-Literatur- und Musikfestival in der Stadt.

Saarburg. Die Handzettel mit der Schlagzeile "Saarburg - 1050 Jahre jung" liegen schon seit einigen Tagen in der Stadt aus. Jetzt hat Jürgen Dixius, Saarburgs Bürgermeister, auf einer Pressekonferenz das Programm zur Jubiläumsfeier vorgestellt. "Mit dem Motto wollen wir betonen, dass Saarburg eine lebendige Stadt ist, in der sich Menschen aus etwa 60 Nationen wohlfühlen und die auch viel für Junge zu bieten hat", sagt Dixius.
Den Rahmen für die 1050-Jahrfeier bietet die Ausstellung "Rückblick Saarburg" mit historischen Aufnahmen der Stadt aus der Sammlung von Franz-Josef Ballinger im Amüseum. Die Vernissage ist am Sonntag, 27. Juli, um 11 Uhr. Dazu zeigen Norbert Jungblut und Werner Kalmes aktuelle Bilder, die die Entwicklung der Stadt widerspiegeln. Die Fotoausstellung endet am 14. September.
Das zweite Augustwochenende ist ganz der Geschichte der Stadt gewidmet. Neun Gästeführer entführen die Besucher der Stadt am Freitag, 8. August, 17 Uhr, Samstag, 9. August, und Sonntag, 10. August, jeweils 13 Uhr, auf eine Zeitreise durch die Geschichte. Startpunkt ist die Saarburg, deren Grundstein von Graf Siegfried von Luxemburg im Jahr 964 nach Christi Geburt gelegt wurde. "Wissen Sie, welcher Saarburger 50 Fuder Wein im Jahr trank, wie viel ein Auswärtiger zahlen musste, um Bürger der Stadt zu werden, oder warum Elisabeth von Sierck das Hospital mit großzügigen Spenden bedachte?", fragt Gertrud Arnoldi. "Auf diese und andere Fragen bekommen Sie eine Antwort, wenn Sie an unserer Zeitreise teilnehmen." Verkörpert wird die Gerbergattin Gertrud Arnoldi von Christiane Beyer. Sie ist eine der zertifizierten Gästeführer der Stadt, die in den vergangenen 18 Monaten die Tour "Von Edlen, Frommen, nicht ganz so Frommen und Handwerkersleut‘" mit historischen Figuren aus der Stadtgeschichte entwickelt haben. Die zweieinhalbstündige Tour endet in der früheren Glockengießerei Mabilon.
Dort wird am gleichen Wochenende eine 200 Kilogramm schwere Bronzeglocke gegossen. "Die Stadt versteht sich, auch wenn die Manufaktur mittlerweile in ein Museum umgewandelt wurde, immer noch als Glockengießerstadt", sagt Jürgen Dixius. Mit dem Guss am Samstag, 9. August, ab circa 16 Uhr, beauftragt ist der Glockengießer Hermann Schmitt aus Brockscheid (Landkreis Vulkaneifel). Er hat bereits im Februar 2013 in der alten Gießhalle eine Glocke gegossen. Schmitt wünscht sich, dass die Besucher Zeit mitbringen: "Das Handwerk blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Es ist nicht allein der Guss, der entscheidend ist. Vielmehr entsteht die Form für die Glocke in einem wochenlangen Arbeitsprozess." Angeschlagen wird sie erstmals am Sonntag, 9. August, 16 Uhr.
Mit dem zweiten Saar-Hunsrück Literatur- und Musikfestival am letzten Augustwochenende erwartet die Besucher der Stadt ein weiterer Höhepunkt der 1050-Jahrfeiern. Zahlreiche Autoren - darunter beispielsweise Hans J. Muth, Ingo Naujoks, Dieter Lintz und Renan Demirkan - sowie mehrere Musiker - darunter Fine Tact und die Julia Neigel Band - haben ihr Kommen auf die Burg zugesagt.
Zwei Tage, Donnerstag, 4., und Freitag, 5. September, können Kinder jeweils von 8 bis 16 Uhr an einem Mittelalter-Workshop in Saarburg teilnehmen. Die Feiern enden am Sonntag, 7. September, mit dem traditionellen Festumzug - in diesem Jahr auch mit historischen Motiven - beim Saarweinfest.