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Eine Zeitreise zurück in die Romantik

Eine Zeitreise zurück in die Romantik

Das zweite Konzert aus der in diesem Jahr neu eingerichteten Reihe "Internationale Orgelkonzerte Konz" in der katholische Pfarrkirche St. Nikolaus lockte gut 50 Zuhörer an. Organist Thomas Oster aus Saarbrücken präsentierte Raritäten und Konzertstücke, arrangiert für Orgel.

Konz. Kurz vor Konzertbeginn setzten heftige Regenschauer ein. Die hielten wohl manchen potenziellen Besucher davon ab, zur zweiten Auflage der von der Kirchengemeinde St. Nikolaus und der Stadt Konz neu ins Leben gerufenen Veranstaltungsreihe "Internationale Orgelkonzerte Konz" zu kommen. Damit verpassten sie leider Gelegenheit, Zeuge eines rundum gelungenen großartigen Orgelkonzerts zu werden.
Rainer Oster, renommierter Organist aus Saarbrücken, hatte sein Programm mit Werken von Johann Sebastian Bach, Franz, Liszt, Joseph Jongen, César Franck, Sergej Prokofjew und Georgi Muschel ganz nach den technischen und klanglichen Möglichkeiten der neuen Gaida-Orgel in St. Nikolaus ausgerichtet. Der rote Faden im Programm war darüber hinaus die Präsentation von teilweise vom Interpreten selbst arrangierten Bearbeitungen von Konzertstücken für die Orgel.
Das erste Stück, Bachs Fantasie und Fuge g-Moll (BWV 542), war noch eine Orginalkomposition. Der "Meilenstein der Orgelmusik" (Konzertreihenorganisator Karl-Ludwig Kreutz) rauschte mit Klangpracht und Transparenz durch den Kirchenraum.
Andreas Becker aus Nittel gefielen die folgende Stücke von Franz Liszt, die Consolationen Nr. 1 und 3, für Orgel bearbeitet von Helmut Deutsch, besonders gut: "Die Flötenregister klangen wunderbar durchsichtig."
Nach Liszt ließ es Organist Thomas Oster bei Joseph Jongens "Toccata pour grand orgue" richtig krachen. Er begann mit einem Klang aus der Ferne und holte die Musik immer weiter nach vorn in den Raum hinein zu den Zuhörern. Wenn die Füße tänzerisch leicht über die Pedale gleiten und die virtuose Komposition dem Spieler alles abforderte, merkte man Oster den Spaß an der Bewältigung der Herausforderung an.
Bei den beiden Stücken des französischen Romantikers César Franck begab sich Oster auf eine Zeitreise, stellte er doch die Register der Orgel so ein, dass sie dem Originalklang von Francks Pariser Kirche Sainte Clotilde entsprechen sollte. Auch diese Klangfarben wirkten auf der Konzer Gaida-Orgel schlüssig und wirkungsvoll.
Von Frankreich aus zog Oster über Russland (Bearbeitungen für Orgel der Prokofjew-Suiten 64 a/b und 101, Arrangeur Thomas Oster) weiter nach Georgien. Mit Georgi Muschels Aria und Toccata aus der Suite über usbekische Themen fand das Konzert einen stimmungsvollen Abschluss.
"Mir gefiel insbesondere die Vielfalt im Programm", sagte Konzert-Besucherin Vera Quintus aus Konz. Nach dem Konzert standen noch einige Besucher fasziniert vor dem Spieltisch des hochmodernen, mit Elektronik gespickten Spieltischs der Orgel. Das Instrument fasziniert nicht nur durch seine Klangfarben, sondern auch durch seine Anmutung und seine besondere Stellung im Kirchenraum. jbo