Einige Jecken fühlen sich ausgegrenzt

Einige Jecken fühlen sich ausgegrenzt

Die Karthäuser sind sauer, dass in diesem Jahr der Karnevalsumzug nicht durch ihr Stadtviertel führt. Weil die Granabrücke zurzeit saniert wird, formiert sich der Zug am Sonntag, 3. Februar, ab 14.11 Uhr vor der Konzer Feuer wache.

Konz. Die Granabrücke ist durch einen Zaun zweigeteilt. Auf einer Seite stehen Baugeräte, auf der anderen rollen täglich etliche Laster und Autos. Wegen der Witterung ruhen zurzeit die Arbeiten, um die Brücke zu sanieren. Momentan kann sie nur in einer Richtung befahren werden - nämlich aus Richtung Karthaus in Richtung Konz.
"Keine Frage, die Brücke muss repariert werden", sagt Marion Rosch. "Aber dass deshalb der Karnevalsumzug nicht durch Konz-Karthaus fährt, kann ich nicht verstehen." Wie sie schimpfen viele in der Kneipe Karthäuser Hof, dass es in dieser Session keinen Umzug durch Konz-Kar-thaus gibt.
"Typisch, hier wird Karthaus einmal mehr ausgespart", redet sich Rosch in Rage. Ärgerlich sei auch, dass die Verwaltung erst kurzfristig mitgeteilt habe, dass der Zug die Brücke nicht überqueren dürfe. Viele Gastronomen und Karnevalisten hätten sich auf den Umzug durch Karthaus vorbereitet.
"Und jetzt? Alles umsonst, so kurzfristig können die auch nicht mehr umplanen." Aus ihrer Sicht ist es völlig unproblematisch, dass der Zug am Sonntag, 3. Februar, über die Granabrücke fährt: "Sie kann zweispurig genutzt werden. Die Karnevalswagen der Teilnehmer sind bestimmt nicht so groß, dass sie nicht mehr über die Brücke kämen." Die Brücke für den Umzug verkehrssicher zu machen könne "so viel" nicht kosten.
Achim Lutz, Pressesprecher der Stadt Konz, antwortet auf die Frage, weshalb die Brücke für den Karnevalsumzug nicht genutzt werden könne: "Als der Karnevalsumzug geplant wurde, konnte nicht abgeschätzt werden, wie die Baustelle zum Zeitpunkt des Umzugs aussehen wird. Die Arbeiten ruhen momentan, da es zu kalt ist, um die Sanierung fortzusetzen."
Keine Antwort hat Lutz auf die Frage, was es kosten würde, die Brücke für den Umzug verkehrssicher zu machen. "Je nach Bauphase wären die Kosten dafür unterschiedlich. Zum Teil wäre es auch gar nicht möglich gewesen, die Baustelle verkehrssicher zu gestalten." Auch die Antwort auf die Frage, wer die Kosten für so eine Maßnahme hätte übernehmen müssen, bleibt offen.
Dem Konzer Karnevalsprinzen, Uwe Pesie, ist die Diskussion peinlich. "Mit der Verkürzung der Route wollten wir bestimmt keinen Ortsteil vom Umzug ausklammern", sagt er im TV-Gespräch. Im Gespräch mit der Konzer Verwaltung hätten er und seine Frau, die Prinzessin Beate, nach einer Lösung gesucht.
"Das Problem zu lösen hätte viel Geld gekostet und wohl die Arbeiten an der Brücke verzögert", sagt Pesie. "Wir, das Konzer Prinzenpaar, laden alle Karthäuser ein, zusammen mit uns den Straßenumzug zu feiern."Meinung

Konz Helau!
Die Granabrücke ist das Nadelöhr, durch das in diesem Jahr der Karnevalsumzug wegen der Baustelle nicht passt. Nur deshalb startet der Umzug vor der Konzer Feuerwache und nicht in Karthaus. Also kein Grund, sich in der Karthäuser Randlage diskriminiert zu fühlen. Geht auf die Straße, singt, lacht und schunkelt zusammen mit allen Konzern und Gästen. Straßenkarneval wie in Rio. Konz Helau! a.schumitz@volksfreund.deExtra

Die Arbeiten an der Grana-brücke haben Ende Oktober begonnen. Für 1,5 Millionen Euro wird die Fahrbahn - aus Richtung Karthaus betrachtet - leicht nach rechts verlegt. Dafür muss eine Stützmauer der Brücke versetzt werden. Außerdem soll vor dem Kreisel eine Verkehrsinsel gebaut werden. Laut Achim Lutz, Pressesprecher der Stadt Konz, liegen die Arbeiten im Zeitplan. Voraussichtlich im März werde die Brücke für den Autoverkehr komplett gesperrt. "Fußgänger können sie aber weiterhin nutzen", sagt Lutz. itz