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Einkaufsbummel ohne Begleitprogramm

Einkaufsbummel ohne Begleitprogramm

Etwa 30 Stände von fliegenden Händlern in der Fußgängerzone, offene Geschäfte in der Innenstadt, aber praktisch kein Rahmenprogramm und ein bisher wichtiger Akteur, der dieses Mal auf eine Teilnahme verzichtet: Auf diese Formel lässt sich das Geschehen beim Hermeskeiler Martinusmarkt am Sonntag, 9. November, bringen. Schon jetzt wird laut über eine andere Form für die Veranstaltung nachgedacht.

Hermeskeil. Es ist noch keine vier Wochen her, da herrschte in Hermeskeil Hochbetrieb. Rund 8000 Menschen kamen am 12. Oktober wegen des Bauernmarkts mit seinen regionalen und meist handgemachten Produkten und eines verkaufsoffenen Sonntags in die Hochwaldstadt. Nach dem Umzug in den Stadtpark hat sich auch der Weihnachtsmarkt zu einem Publikumsmagneten gemausert. Das dürfte vom 12. bis 14. Dezember auch bei der vierten Auflage am neuen Standort der Fall sein.
Zeitlich fast genau in der Mitte liegt der Termin für eine durchaus traditionsreiche Veranstaltung. Die Rede ist vom Martinusmarkt. Er findet am Sonntag, 9. November, zum 29. Mal statt. Veranstalter ist die Stadt, die seit 2001 aber den Handelsverband der Marktkaufleute Südwest mit der Organisation beauftragt hat. Der Hochwald-Gewerbeverband (HGV) begleitet den Martinusmarkt mit dem vierten und letzten verkaufsoffenen Sonntag, der während eines Jahres die Kunden nach Hermeskeil locken soll.
An diesem Grundgerüst wird sich auch beim Martinusmarkt 2014 nichts ändern. Erhard Theobald, Vorsitzender der Marktkaufleute, kündigt im TV-Gespräch an, dass etwa 30 Händler ihre Stände in der Fußgängerzone aufbauen und ab 11 Uhr mit dem Verkauf beginnen. Im Sortiment haben sie zum Beispiel Textilien, Spielwaren, Küchenutensilien, Reinigungsmittel oder Süßigkeiten. Auch für ein kulinarisches Angebot ist gesorgt.
Die Hermeskeiler Geschäfte haben von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Als Dankeschön für jeden Einkauf werden wie gehabt Martinsbrezeln an die Kunden verteilt. Außerdem beginnt in den Läden der Losverkauf für die große Tombola am Weihnachtsmarkt. Eine auffällige Änderung wird dem Stammpublikum beim Martinusmarkt aber sicher nicht entgehen. In der Vergangenheit war für viele Besucher der Abstecher zum Zelt des Lions-Clubs Hermeskeil-Hochwald auf dem Rathaus-Vorplatz ein Muss. Dort wurden für einen guten Zweck Essen und Getränke verkauft.
Diesmal wird der Lions-Club aber nicht beim Martinusmarkt dabei sein. Er hatte stattdessen im Oktober erstmals am Bauernmarkt teilgenommen und direkt am Rand des "Neuen Markts" die alte Bauernstube Nickels wiederbelebt.
"Beim Bauernmarkt sind die Besucherresonanz und das Angebot an Ständen viel größer. Dort können wir größere Erlöse erzielen, und das Wetter ist auch besser", begründet der aktuelle Präsident Edgar Breit die Entscheidung des Vorstands.
Zum Verkauf an den Ständen und in den Geschäften ist kein Rahmenprogramm geplant. Sprecherin Stefanie Schömer sagt dazu, dass es für den HGV schwierig wäre, auch noch diese Kosten zu stemmen. "Wir bezahlen ja schon die Werbung und die Plakate, haben andererseits aber keine Einnahmen, weil die Standgebühren an die Stadt gehen." Wenn am heutigen Donnerstag ein neuer HGV-Vorstand gewählt wird, wolle man sich in nächster Zeit mit den Vertretern der Stadt zusammensetzen: "Wir sollten uns schon Gedanken machen, ob und wie wir den Martinusmarkt umgestalten können", sagt Schömer. Stadtbürgermeister Mathias Queck (CDU) sieht es ebenfalls so, dass "wir uns überlegen sollten, was wir in Zukunft vielleicht ändern." Dazu zählt aus seiner Sicht auch die Terminfrage: "Wir können eigentlich nicht jeden Monat einen großen Markt veranstalten", sagt Queck mit Blick auf die schnell aufeinanderfolgenden drei Veranstaltungen Bauernmarkt, Martinusmarkt und Weihnachtsmarkt.Extra

Der Handelsverband der Marktkaufleute Südwest ist ein Zusammenschluss von Anbietern auf Krammärkten. Die im Verband organisierten Standbetreiber sind zurzeit in 17 Orten - darunter Hermeskeil, Wittlich, Saarbücken oder St. Wendel - vertreten. Neben dem Martinusmarkt ist der Handelsverband auch für die vier anderen größeren Krammärkte in Hermeskeil zuständig. Sie finden um Ostern, um Pfingsten, während der Stadtwoche im Juli und um Nikolaus Anfang Dezember jeweils mittwochs statt. Der Hochwald-Gewerbeverband (HGV) organisiert pro Jahr vier verkaufsoffene Sonntage. Sie flankieren im April den Frühlingsmarkt (früher Blumenmarkt), den es erst seit 2011 gibt. Im Juli gibt es während der Stadtwoche einen verkaufsoffenen Sonntag. Im Herbst gehen sie parallel zum Bauernmarkt und zum Martinusmarkt über die Bühne. ax