Eins schließt, ein neues soll öffnen: Bewegung in der Saarburger Cafészene

Eins schließt, ein neues soll öffnen: Bewegung in der Saarburger Cafészene

Das bei Einheimischen beliebte Saarburger Reise-Café wird Ende September schließen. Kaffeeliebhaber können dennoch hoffen. Ein neues Café soll bald am Wasserfall öffnen. Es ist Teil eines großen Projekts.

Foto: (h_sab )
Christel Sommer (Foto oben links) und Simone Ast wollen ihr Café über dem Reisebüro (Foto oben rechts) Ende Spetember schließen. Dieter Becker (Foto unten rechts) plant, am Wasserfall ein neues Café zu eröffnen (Foto unten links). Wenn es gut geht, soll es Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres so weit sein. TV-Fotos (4): Marion Maier. Foto: (h_sab )
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Saarburg Ein gewöhnlicher Donnerstagmorgen, die Sommersonne scheint. Viele Stühle der Außengastronomie um Saarburgs Wasserfall sind bereits besetzt. Doch auch im Reise-Café ein paar Meter oberhalb an der Leuk ist viel los - obwohl die Besucher dort drinnen im ersten Stock sitzen. Das Café ist eine beliebte Adresse insbesondere für Einheimische, die gerne ausführlich frühstücken.
Doch damit ist bald Schluss. Wie die Betreiberinnen Christel Sommer und Helga Ast kürzlich bekanntgegeben haben, schließt das Reise-Café Ende September. Zur Verabschiedung und als Dankeschön an ihre treuen Kunden laden die beiden für Samstag, 30. September, zu einem Glas Sekt ein. Der Grund: Christel Sommer (63) geht in den Ruhestand. Das bedeutet für Helga Ast (56), dass sie sich nun verstärkt um das Reisebüro eine Etage tiefer kümmert, das die beiden ebenfalls zusammen leiten - noch. Ast: "Im Reisbüro geht es ab November wie gewohnt weiter. Meine ganz Kraft fließt dann da rein."
Dabei hätten sich die zwei Frauen nie träumen lassen, dass das Café mal solche Ausmaße annimmt. Sommer sagt: "Es war zunächst nur für Besucher unseres Reisebüros gedacht. Wir sind selbst überrascht, wie gut sich das entwickelt hat."
Mit einer Bedienung hatten sie 2010 angefangen. Mittlerweile sind drei Teilzeitkräfte und drei Minijobber dort beschäftigt. Die Räume zu verpachten, ist laut Ast schwierig, da das Reisbüro und der Aufgang zum Café nicht voneinander abgetrennt sind. Dafür wäre ein aufwendiger Umbau nötig. Doch leerstehen wird der erste Stock künftig nicht. Ast: "Wir werden ihn weiterhin für Kundeninformationsabende des Reisebüros nutzen."
Während Mitarbeiter und Gäste sich im Reise-Café also langsam auf die Schließung vorbereiten (müssen), geht es 220 Meter weiter auf der Baustelle Am Markt 28, gleich neben dem Wasserfall, rund.
Denn dort soll ein neues Café entstehen. Der zukünftige Betreiber Dieter Becker sagt über sich: "Ich bin eine Kaffeetante." Er finde die Idee, so was mal selbst zu probieren, spannend. Auch er ist ein Quereinsteiger. Der 54-jährige gebürtige Nitteler ist ansonsten im Großhandel aktiv, den in Zukunft der Nachwuchs übernehmen soll. Becker erinnert sich: "Vor 30 Jahren habe ich mit meiner Frau schon mal gegenüber, neben dem Amüseum gestanden und hierher geschaut." Schon damals stellten sich die beiden ein Café an dieser Stelle vor.
Nun wird die Idee Wirklichkeit. Doch der Weg dorthin ist ein weiter. Bereits seit 2012 laufen die Renovierungsarbeiten, die nicht nur das Haus mit der Nummer 28, sondern auch die beiden Nachbarhäuser betreffen. Aus drei Häusern wurde mittlerweile eins. Beckers Ziel ist es, den Bauten, die derzeit eingerüstet- und -gehüllt sind, wieder Altstadtcharakter zu verleihen. Becker: "Das ist in der Denkmalschutzzone hier zum Teil so vorgeschrieben, aber wir hatten das ohnehin vor."
Das Café soll um die 30 Sitzplätze beherbergen. Der Name steht noch nicht fest, das Programm schon. Becker sagt: "Wir richten uns an Orstansässige und setzen auf Qualität." Das fange an mit dem Kaffee. Die Hausmarke solle das Aushängeschild sein. Auch regionale Produkte wie Käse, Bio-Eier und Viez würden angeboten. Der Kuchen werde selbst gemacht. Nicht nur ein Café soll in dem Komplex am Wasserfall entstehen, auch acht Mietwohnungen sind geplant. Die Boutique Susan, die sich im linken Gebäudeteil befindet, soll bleiben. Der Umbau ist laut Becker sehr aufwendig. Der Eingang für die Mietwohnungen wurde bereits verlegt, die alte Struktur ganz umgemodelt.
Alles wird von der Pike neu gemacht. Eine Abrissbirne kam nicht zum Einsatz. Handarbeit war und ist gefragt. Für Becker, der selbst mit anpackt, eine Herausforderung, die Spaß macht. Und kostet. Der Kaffeeliebhaber investiert einen siebenstelligen Betrag in Gebäude an markanter Stelle, die bis auf die Läden im Erdgeschoss großteils jahrelang leerstanden. Die Beckers wollen das Café gegen Ende 2017 oder Anfang 2018 eröffnen - falls möglich. Becker sagt: "Wir sind schon mehr als zwei Jahre im Verzug, wenn es bis dahin nicht klappt, macht es auch nichts." Auf jeden Fall wollen die Quereinsteiger in der ruhigeren Jahreszeit loslegen."Wir wollen klein anfangen und dann schauen, wie es sich entwickelt", sagt Becker. Für den Fall, dass Traum und Realität zu weit auseinanderklaffen, hat er einen Notausgang parat. Becker: "Dann wird das Café eben verpachtet."

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