Einsatz für Hexen und Zaubermeister

Einsatz für Hexen und Zaubermeister

GRIMBURG/TRIER. Der Besuch eines Baukontrolleurs auf der Baustelle des Burg- und Hexenmuseums Grimburg hat beim Förderverein Burg Grimburg hohe Wellen geschlagen: Der Verein wollte aus Verärgerung über die Kontrolle beinahe die für den 3. September geplante Eröffnung abblasen. Inzwischen haben sich die Wogen geglättet.

Mit dem Besuch eines Baukontrolleurs des Bauamts der Kreisverwaltung Trier-Saarburg fing der Ärger um die Eröffnung des Burg- und Hexenmuseums in Grimburg an. Das Museum in einem Bauernhaus gegenüber der Kirche soll am 3. September eröffnet werden. Deshalb laufen die Bauarbeiten, die bereits seit 1997 geplant sind, derzeit auf Hochtouren. Der TV berichtete am 10. August über die "Großbaustelle", wodurch ein Kontrolleur des Bauamts der Kreisverwaltung auf die Arbeiten aufmerksam wurde."Wie ein Großinquisitor"

Nach einem Blick in den Computer, wo er offenbar nichts über die Baustelle fand, machte der Kontrolleur sich auf den Weg in die Hochwaldgemeinde, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dort traf er auf den Ersten Vorsitzenden des Fördervereins Burg Grimburg, Dittmar Lauer (Architekt und Mitglied des Kreistags), der sich über die Baukontrolle wunderte. Im Gespräch habe er den Kontrolleur darauf hingewiesen, dass der Bauantrag im Jahr 1998 genehmigt worden sei, berichtet Lauer. Der Kontrolleur jedoch habe sich benommen "wie ein Großinquisitor", sagt Lauer. Er nahm Kontakt zum Leiter des Bauamts, Horst Mertes, auf, der "bestätigte, dass die Genehmigung tatsächlich erteilt worden sei, allerdings als Burgmuseum, nicht als Burg- und Hexenmuseum." In einem Brief an Landrat Richard Groß formuliert Lauer seinen Ärger darüber, dass der ehrenamtliche Einsatz seiner Vereinsmitglieder durch die Kontrolle "empfindlich gestört worden" sei. Aus diesem Grund habe der Vorstand überlegt, die Einweihung des Museums zu verschieben."Unklarheit aufgeklärt"

Auf diesem Brief reagierte Landrat Groß, er ließ die Angelegenheit prüfen und entschuldigte sich beim Verein. Der Kontrolleur sei erst seit wenigen Wochen beim Bauamt beschäftigt und habe sich auf die Daten im Computer gestützt, in denen jedoch lediglich die Unterlagen der vergangenen drei Jahre hinterlegt seien, erklärt Thomas Müller, Pressesprecher der Kreisverwaltung, auf TV-Anfrage. Den Weg ins Archiv sei der Mitarbeiter zunächst nicht gegangen: "Die Unklarheit ist im Nachhinein aufgeklärt." Der Förderverein hat sich nach der Aufklärung des Vorfalls dafür entschieden, das Museum doch - wie ursprünglich geplant - am 3. September zu eröffnen. Die Bedeutung des Museums stehe im Fordergrund, das sei wichtiger als der Frust über die Kontrolle. "Es war viel Lärm um nichts", sagt Lauer. Dennoch: "Es bleibt was hängen. So darf man mit Bürgern nicht umgehen." Ortsbürgermeister Franz-Josef Weber, der die Aufregung miterlebt hat, kann über den Ärger um die Baukontrolle inzwischen nur noch lachen: "Der Amtsschimmel wiehert manchmal ganz komisch."