Einstige Kita soll Flüchtlingsherberge werden

Einstige Kita soll Flüchtlingsherberge werden

In der ehemaligen Kindertagesstätte in Palzem könnten künftig zwei bis drei Flüchtlingsfamilien untergebracht werden. Einem entsprechenden Bauantrag des Besitzers hat der Ortsgemeinderat Palzem zugestimmt. Außen soll an dem Gebäude nichts, innen nur wenig verändert werden.

Palzem. Seit 2010 ist die Frage offen, was auf dem Gelände der ehemaligen Kita in Palzem passiert. Besitzer ist die Firma Ifa Immobilien, die das Gelände für 480 000 Euro von der Gemeinde erhalten hat. Der Betrag wurde verrechnet mit den Kosten von 1,43 Millionen Euro für den neuen, benachbarten Kindergarten, den das Schillinger Unternehmen errichtet hat.
Kritik an früheren Plänen


Auf dem Gelände der alten Kita wollte die Firma zunächst ein Projekt für betreutes Wohnen ansiedeln, dann war Wohnbebauung geplant. Die Vorhaben stießen im Ort auf Kritik. Zuletzt kippte das Oberverwaltungsgericht den Bebauungsplan für die Wohnbebauung (der Trierische Volksfreund berichtete). Denn laut Planung sollte doppelt so viel Fläche überbaut werden, wie in einem allgemeinen Wohngebiet erlaubt ist.
Nun hat Ifa Immobilien einen Bauantrag gestellt, der laut Ortsbürgermeister Florian Wagner im nichtöffentlichen Teil der vergangenen Ortsgemeinderatssitzung behandelt wurde. Inhalt: Das Gebäude soll nur im Innern leicht verändert werden und zwar so, dass zwei bis drei Flüchtlingsfamilien mit Kindern dort untergebracht werden können. Laut Wagner müssten dafür nur ein paar Wände insbesondere im Sanitärbereich hochgezogen werden, äußerlich solle alles bleiben, wie es ist.
Wagner: "Der Ortsgemeinderat hat sein Einvernehmen ohne große Diskussion erteilt." Für Wolfgang Schäfer, Geschäftsführer von Ifa Immobilien, der sich gerade im Urlaub befindet, stellt er klar: "Der Investor macht das nicht, um Geld zu verdienen." Viel verdienen könne man bei sowas nicht. Schäfer halte langfristig an seinen Plänen fest, Wohnungen auf dem Areal zu bauen.
Die Kreisverwaltung hat das Gebäude bereits 2014 in Augenschein genommen. Thomas Müller, Sprecher der Kreisverwaltung, sagte auf TV-Anfrage: "Aus unserer Sicht ist das Gebäude geeignet. Ein Umbau wäre vor allem im Sanitärbereich nötig."
Zur Frage, ob eine Genehmigung des Bauantrags wahrscheinlich ist und wie lange dies dann dauert, kann die Kreisverwaltung laut Müller derzeit noch nichts sagen. Der Antrag liege noch nicht vor.
Kein Leerstand in Palzem


Demnach bleibt also auch offen, wann mit den ersten Flüchtlingen in Palzem zu rechnen ist. Florian Wagner sagt: "Wir stellen uns dieser Aufgabe, und wir tun das gerne." Das würden auch die Ratsmitglieder so sehen. Die Verbandsgemeinde Saarburg habe entschieden, die Flüchtlinge, die gemäß dem Königsteiner Schlüssel auf die Kommunen verteilt werden, dezentral unterzubringen. In einer Solidargemeinschaft müsse da jeder etwas zu beitragen, sagt Wagner. Da Wohnraum in Palzem aufgrund der Nähe zu Luxemburg stark nachgefragt werde, gebe es sonst keinen Leerstand im Ort.
Palzem gehört mit 1485 Einwohnern zu den größeren Dörfern in der Verbandsgemeinde Saarburg.