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Eisenmäuse und frisches Brot aus dem Holzofen

Eisenmäuse und frisches Brot aus dem Holzofen

Dem Bäcker und dem Schmied konnten die Besucher des Freilichtmuseums Roscheider Hof am Sonntag über die Schulter schauen. Auch Hochräder oder eine alte Draisine standen zum Ausprobieren bereit. Alternativ ließen sich die Besucher das leckere Brot aus dem Holzofen schmecken.



Konz. Im Hunsrückdorf des Freilichtmuseums Roscheider Hof herrscht reger Betrieb. Auf dem Feld steht die geerntete Gerste zu Bündeln gebunden, um zu trocknen. Aus der Schmiede sind gleichmäßige Hammerschläge zu hören. Und aus der Bäckerei riecht es nach brennendem Reisig.

Kinder probieren Draisine und Hochräder aus



Schon am Sonntagmorgen um Fünf stand Hermann Philippi in der Museumsbäckerei, um den Ofen anzufeuern. Zusammen mit seinem Sohn hat er 19 Liter Teig aus Wasser, Roggen- und Weizenmehl, Hefe, Sauerteig und Buttermilch für das Holzofenbrot geknetet. Und nebenbei hat er sich als Hausmeister des Museums darum gekümmert, das alles für den Kindertag bereitsteht. Christian Dupré steht an der Esse in der Schmiede. Mit dem Blasebalg heizt er das Kohlenfeuer an, um den Eisenrohling schmiedbar zu machen. Besucher Nils schaut mit großen Augen zu, wie er aus dem heißen Eisen eine Maus schmiedet. Am Ende bekommt Nils die Eisenmaus geschenkt.

Auch die fünfjährige Elisabeth aus Wertingen (Bayern) strahlt. Irina Hiebert hat ihr einen Schmetterling ins Gesicht geschminkt. Mit ihrem Vater schaut sie dem Schmied zu, und hofft, dass auch sie am Ende eine der geschmiedeten Mäuse bekommt.

Annik Bischoff probiert zwischendurch eine Draisine aus. "Diese Art Laufrad ist ganz schön unbequem", kommentiert sie ihre kurze Fahrt. Die Draisine gehört Georg Konder aus Trier, der daneben mehrere Hochräder ausgestellt hat. "Auch mit einem Hochrad zu fahren, ist nicht so einfach", findet Annik.

Dieter Wojanowski erklärt den Kindern, wie sie aus einem Stein mit Hammer und Meißel eine Plastik oder ein Relief herausschlagen. Auf die gut mit Wasser getränkten Steine wird mit Kreide ein Bild gemalt. Danach werden die Konturen mit einem spitzen Nagel nachgezeichnet. Jana will ein "J" aus dem Stein schlagen. Vorsichtig schlägt sie mit dem Holzhammer auf den Meißel, bis sie es am Ende geschafft hat. Inzwischen riecht man im ganzen Dorf das frisch gebackene Brot. Mit Griebenschmalz oder Erdbeermarmelade schmeckt es den Besucher besonders gut. Auf den Streuselkuchen müssen sie allerdings noch bis zum Nachmittag warten. Der kann erst in den Ofen geschoben werden, wenn das gerade in die Röhre beförderte Brot gar ist.

"Das Schöne an diesem Kindertag ist, dass alles so überschaubar und nicht so überlaufen ist", findet Besucher Alexander Bischoff. Man könne sich Zeit nehmen und den Handwerkern bei ihrer Arbeit zuschauen. Auch für die Kinder sei vieles möglich. Während der Vater dies sagt, formt seine Tochter Elisabeth gerade ein Schwein aus Ton. "Mir macht es Spaß, so mit dem Matsch zu spielen", sagt sie und macht sich weiter daran, das Schwein mit Ohren und Nase zu verschönern.