Eiskunst, wildes Holz und bretonische Lieder

Eiskunst, wildes Holz und bretonische Lieder

Das Programm der Kulturgießerei mit elf Veranstaltungen für 2016 steht. Es beginnt mit "Feuer und Eis" im Februar und reicht über Klassik, Jazz und Kabarett bis hin zu einer Shakespeare-Nacht. Anette Barth, Geschäftsführerin des Lokalen Bündnisses für Familie, muss nicht nach Künstlern suchen, wenn sie das Programm zusammenstellt. Die bewerben sich.

Saarburg. Einen Grundgedanken verfolgt Anette Barth, Geschäftsführerin des Lokalen Bündnisses für Familie (LBF) in der Verbandsgemeinde Saarburg, wenn sie das Programm für die Kulturgießerei zusammenstellt: "Neben der Qualität, die stimmen muss, soll die Veranstaltung zum Ambiente in der Kulturgießerei passen. Ein Rockkonzert in der Gießhalle passt nicht."
Ansonsten steht das Haus, in dem der gemeinnützige Verein LBF seinen Sitz hat, allen Sparten offen - mit Einschränkung. So sei die Bühne für Tanzvorführungen schlicht zu klein, sagt die promovierte Kulturhistorikerin. Die Shakespeare-Nacht zum 400. Todestag des englischen Schriftstellers am 30. April kombiniert beispielsweise zwei Sparten: Musik des elisabethanischen Zeitalters und berühmte Szenen aus Shakespeares Dramen und Komödien. Vier Künstler stellen Leben und Werk des Dichters vor, der als bedeutendster Schriftsteller der weltweiten Literaturgeschichte gilt. Auch die Sparte Kabarett ist in diesem Jahr wieder in Saarburg vertreten. So tritt der gebürtige Saarburger Schauspieler und Regisseur Rolf Bidinger am 7. Oktober mit dem Programm "Lächle, denn du kannst sie nicht alle töten!" in Saarburg auf.
Anette Barth muss sich in der Regel die Künstler für die Kulturgießerei nicht groß suchen. "Wir bekommen Bewerbungen und da suche ich dann gezielt aus", erklärt die 52-Jährige. Doch weitere Dinge gilt es dabei zu beachten.
Rücksicht auf andere Veranstalter


So muss die Veranstaltung auch jahreszeitlich passen. Am ehesten ist das bei "Feuer und Eis" im Februar nachzuvollziehen. Nach der Verschnaufpause der Kulturgießerei im Januar ist dies neben dem Viktorianischen Weihnachtsmarkt die einzige Veranstaltung im Winter. Eisbildhauer zeigen dann in der kalten Gießhalle ihr Können. Als Kontrast präsentiert Christian Dirr eine Show mit Feuer, einem Element, das eng mit der einstigen Glockengießerei verbunden ist.
Wenn Anette Barth das Programm zusammenstellt, versucht sie außerdem, anderen regionalen Veranstaltern wie Christof Kramp von der Station K keine Konkurrenz zu machen - weder inhaltlich noch räumlich. Wie immer in der Kulturgießerei ist eher Zusammenarbeit angesagt. So organisiert Kramp auch einmal im Jahr eine Veranstaltung in der Gießhalle. Barth: "Mehr geht leider nicht, weil wir sonst Probleme mit den Führungen und den anderen Veranstaltungen hier bekommen." Die Kulturgießerei sei nun mal ein soziokulturelles Zentrum, in dem viel los sei, vom Konzert des Musikvereins bis zur Aktionswoche für Menschen mit Handicap.
Barth arbeitet auch mit den Organisatoren des Mosel-Musikfestivals zusammen. So laufen drei der Veranstaltungen in der Kulturgießerei wieder unter diesem Markennamen: die Jazz-Matinee mit der Boogie-Woogie- und Ragtime-Legende Gottfried Böttger (24. Juli), das Unforgettable-Konzert mit Maricel and Friends (20. August) mit "unsterblichen" Hits von Rollings Stones bis Frank Sinatra und das Konzert "Wildes Holz (17. September), bei dem es um Jazz mit der Blockflöte geht. Ein weiterer, begrenzender Faktor beim Kulturprogramm ist für Barth die zusätzliche Belastung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter im Haus durch die Wochenendtermine. So haben beispielsweise die Mitarbeiter in der Küche des Café Urban in der Regel bei den Veranstaltungen mehr zu tun, weil sie dann Gerichte passend zum Event anbieten.
Finanziert wird das Programm der Kulturgießerei laut Barth zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln und zur Hälfte mit Sponsorengeld und den Einnahmen. Unterstützt wird die Geschäftsführerin des LBF bei der Organisation und Umsetzung des Programms von einer Honorarkraft und einer Gruppe ehrenamtlicher Kulturinteressierter, zu denen Schüler, Studenten und auch Flüchtlinge gehören. Die Besucherzahlen in der Kulturgießerei reichen von maximal 150 bei Konzerten bis zu 2000 beim Viktorianischen Weihnachtsmarkt.
Extra

Foto: (h_servi )

20/21. Februar: Feuer und Eis 23. April: Konzert Friendz (Vier Stimmen singen bekannte Songs von "The sound of silence" bis "More than a feeling") 30. April: Shakespeare-Nacht zum 400. Todestag 26. Juni: Konzert "Gourlen" mit keltischer Musik von An Erminig 24. Juli: Jazz-Matinee mit Gottfried Böttger and Friends, Boogie-Woogie- und Ragtime 29. Juli: Saarburger Serenaden 20. August: Konzert "Unforgettable" mit Maricel and Friends 17. September: Konzert "Wildes Holz", Jazz mit der Blockflöte 25. September: Ellington Trio mir der Musik von Duke Ellington 7. Oktober: Kabarett mit Rolf Bidinger 10./11. Dezember: Viktorianischer Weihnachtsmarkt Mehr Infos: <%LINK auto="true" href="http://www.kulturgiesserei-saarburg.de" text="www.kulturgiesserei-saarburg.de" class="more"%>

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