Elf Hektar oder 100 Baustellen

FREUDENBURG. Das geplante Neubaugebiet Burgbungert und der Haushaltsplan für das Jahr 2006 waren die Hauptthemen der jüngsten Gemeinderats-Sitzung in Freudenburg.

Viele Freudenburger wollen ihre eigenen vier Wände hochziehen - und sind dazu auf der Suche nach geeignetem Bauland. Jedenfalls weiß Ortsbürgermeister Bernd Gödert von regelmäßigen, zahlreichen Anfragen von bauwilligen Einwohnern zu berichten. Die Gemeinde reagiert auf die Nachfrage und ist dabei, ein neues Baugebiet bereitzustellen. Topographisch ungeeignet

Südlich des Gewerbegebietes am Sportplatz ist das Gelände mit dem bis zur jüngsten Ratssitzung verwandten Namen "Auf'm Mühlenpfad/Hinterm Burgbungert/Bergbungert" geplant. Noch bis vor kurzem habe das Gebiet Junkerskreuz zur Diskussion gestanden, berichtete Gödert in der Ratssitzung. "Von seiner Süd-West-Lage her und der wunderschönen Aussicht auf die Burg wäre Junkerskreuz ideal gewesen", meinte Gödert. Nach dem Konsens im Rat hätten dann jedoch die Fachbehörden das Gelände bewertet und festgestellt, dass es von der Topographie her ungeeignet sei. Man hätte Druckleitungen und eine Pump-Station installieren müssen, um das Schmutzwasser ableiten zu können. Zudem hätten Retentionsbecken angelegt werden müssen. "Die Erschließung wäre einfach zu teuer geworden. Deshalb haben wir uns letztendlich gegen dieses Gebiet entschieden", sagte der Ortsbürgermeister. Das neue Gebiet, für das sich der Rat in der Sitzung einstimmig auf den vereinfachten Namen "Burgbungert" verständigte, sei rund elf Hektar groß. Je nach Planung könnten hier etwa 100 Baustellen mit einer durchschnittlichen Größe von 700 Quadratmetern entstehen. 660 000 Euro hat der Rat für den Grunderwerb des Geländes in den Vermögenshaushalt 2006 eingestellt. "Wir müssen noch mit der Kommunalaufsicht klären, inwieweit wir die Mittel dafür genehmigt bekommen", meinte Gödert. "Zudem weiß ich nicht, ob wir es schaffen, das gesamte Gebiet gleichzeitig zu erschließen."Ungebrochene Nachfrage

Die Ratsherren und -frauen sprachen sich unisono für die Erschließung dieses Gebietes aus. Bernhard Hein, CDU, meinte: "Wir sollten so schnell wie möglich Bauland schaffen. Denn die Nachfrage scheint nach wie vor ungebrochen zu sein." Als erste Schritte beschloss der Rat einstimmig, den Auftrag für die topographische Vermessung zu vergeben sowie für ein Bodengutachten. Zu Zweitem riet vor allem Hans Hausen, stellvertretender Leiter der Bauabteilung der Verbandsgemeinde Saarburg, in der Sitzung. Hausen: "Ein solches Bodengutachten dient zum einen dazu, eine schlüssige Entwässerungs-Konzeption zu erstellen, zum anderen dient es natürlich auch den Bauherren." Auf 6000 bis 7000 Euro schätzte Hausen die Kosten für das Gutachten. Gemeinde und Verbandsgemeinde-Gewerke teilten sich die Kosten. Die 660 000 Euro stellen gleichzeitig auch den größten Posten im Vermögenshaushalt des Jahres 2006 dar. In Einnahmen und Ausgaben wurde er auf 805 350 Euro festgesetzt. Im Verwaltungshaushalt stehen geschätzte Einnahmen von 971 400 Euro Ausgaben von 1 482 970 Euro entgegen. Damit beliefe sich der Fehlbedarf zum Ende des Jahres auf 511 570 Euro. "Bei den Rahmenbedingungen ist kein Land in Sicht - und wenn wir noch so gut haushalten", meinte Gödert. Leo Lauer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, bestätigte: "Rund 80 Prozent der Einnahmen sind bei den Gemeinden durch die Umlagen an die Verbandsgemeinde und den Kreis weggenommen." Der Rat stimmte dem defizitären Haushalt einhellig zu.