Eltern machen mobil gegen Randalierer

Eltern machen mobil gegen Randalierer

KONZ. Eltern klagen über unzumutbare Zustände auf den Konzer Spielplätzen. Jugendliche randalieren und lassen nicht nur ihren Dreck zurück, sondern beschädigen auch mutwillig Spielgeräte.

Wer sich mit seinen Kindern in Konz nicht nur im Haus beschäftigen will, sollte eigentlich keine Probleme haben, mit ihnen auf einen Spielplatz zu gehen. Denn davon gibt es in Konz mehr als genug. Immerhin 34 öffentliche Spielplätze stehen den Konzern zur Verfügung. Aber inzwischen halten viele Eltern die Spielplätze für gesundheitsgefährdend. Jasmine Grond aus Konz hat jetzt eine "Aktion saubere Spielplätze" ins Leben gerufen. Scherben und Kondome im Sandkasten

Sie möchte damit die Bürger der Stadt auf die Missstände aufmerksam machen: "Ich hätte nie gedacht, dass mein Sohn mit knapp zwei Jahren schon seinen ersten Kontakt zu Alkohol und Drogen bekommt", sagt die Mutter. "Und noch viel weniger, dass dieser Kontakt auf einem Spielplatz stattfindet, wo sinnlos kaputtgeschlagene Bierflaschen, Zigaretten- und Jointstummel und benutzte Kondome in den Sandkästen und drumherum liegen. Da kann sich doch ein Kind nicht mehr aufhalten, ohne sich zu verletzen, sich mit irgendwas anzustecken oder aber zu vergiften." Zudem stört sich Grond daran, dass viele Jugendliche ihre Mofarunden einfach auf den Spielplätzen drehen, ohne Rücksicht auf die dort spielenden Kinder zu nehmen. "Vielleicht gucken ja durch die Aushänge bei Ärzten und in Kitas ein, zwei Leute mehr hin und sprechen die Jugendlichen auf ihr Verhalten dann auch an."52 800 Euro pro Jahr für Reparaturen

Aber auch die mutwilligen Zerstörungen der Spielgeräte können nicht mehr als Kleinigkeiten abgetan werden. Der Werkhof der Stadt Konz, der mit dem Ordnungsamt und der Lebenshilfe zusammen für Sauberkeit und Sicherheit auf den Spielplätzen zuständig ist, hat allein im Jahr 2005 über 52 800 Euro für Reparaturen und Säuberungen der Spielplätze ausgegeben. "Steuergeld, das für solche Sinnlosigkeiten rausgeschmissen wird", sagt Friedrich Otte, Leiter des Werkhofs Stadt Konz frustriert. "Sämtliche Kapazitäten, die wir haben, gehen letztlich dafür drauf, Beschädigungen an den Geräten zu reparieren. Und kaum steht was Neues da, ist es auch schon wieder kaputt." Er versteht zudem nicht, warum von den Eltern keiner bei ihnen anruft, wenn irgendwo ein Gerät kaputt ist oder eine Verletzungsgefahr besteht, wo doch Telefonnummern an den Spielplätzen aushängen. So fährt der Werkhof jeden Tag ein paar Spielplätze ab, räumt auf oder repariert Kleinigkeiten. Aber da, wo es akut etwas zu tun gäbe, stoßen sie eher zufällig - zum Teil erst nach drei Tagen - drauf. "Ich würde mir wirklich wünschen, dass die Eltern mit uns besser zusammenarbeiten und uns sagen, wo was nicht stimmt." Jasmine Grond wird sich jetzt auch direkt an den Werkhof wenden, wenn sie wieder etwas zu bemängeln hat. Allerdings hofft sie darauf, dass auch kinderlose Passanten eingreifen, wenn sie etwas sehen, was nicht auf einen Spielplatz gehört.