Elvis lebt

HERMESKEIL. (fab) Unglaublich, aber wahr: Nach elf Monaten Luftveränderung ist der vierjährige Kater Elvis unversehrt und putzmunter zur Hermeskeiler Familie König in die Trierer Straße zurückgekehrt. Kurioserweise verbrachte Elvis die Zeit seiner Abwesenheit in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Die dreijährige Tochter Lucy fährt mit ihrem Dreirad durch die Wohnung, als sie plötzlich aufschreit: "Mama, da steht Elvis vor der Tür." Christoph und Bianca König schauten sich wie versteinert an und bekamen zunächst keinen Ton heraus. "Mich überkam eine Gänsehaut, und ich war total happy", als Kater Elvis wie in alten Tagen direkt zu seinem Futterplatz marschierte, berichtet Christoph König. "Er war immer sehr gepflegt und verschmust", sagt Bianca König."Wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben"

Das Ehepaar König beschäftigte in den nachfolgenden Tagen nur eine Frage: Wo war Elvis während der vergangenen elf Monate? Der 37-jährige Oberleutnant der Bundeswehr hatte in dieser Zeit alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Kater zu finden. "Wir haben eigentlich gedacht, dass Elvis als blinder Passagier mit jemandem im Auto mitgefahren wäre", sagt Christoph König. Suchaktionen an den Lieblingsplätzen des Katers verliefen genauso erfolglos wie Befragungen im Freundes- und Bekanntenkreis der Familie. Hoffnung machte den Königs einmal ein Hinweis des Gärtners im Ferienzentrum Hambachtal, wo König als Saunameister jobbt. Der Gärtner wollte einen Kater gesehen haben, auf den die Beschreibung von Elvis passte. "Nachdem dabei auch nichts rausgekommen war und der Winter vor der Tür stand, hatten wir die Hoffnung aufgegeben", sagt Bianca König. Von alldem offenbar völlig unbeeindruckt war Elvis derweil bei der Hermeskeiler Familie Pospischil, die in der Straße Unter der Lay, etwa fünf Minuten Fußweg vom Hause der Königs wohnt, eingezogen. "Wir dachten, den Kater hätte jemand ausgesetzt", sagt Tanja Pospischil. Zutraulich wie Elvis nun mal ist, wurde er dort Familienmitglied, turnte im Schlafzimmer und auf der Couch herum und verbrachte bei seinem Lieblingsessen Thunfisch im Hause der Pospischils den langen und strengen Winter. Am Ostermontag, die Pospischils hatten die Vorratskammer gerade wieder mit Katzenfutter aufgefüllt, machte sich Elvis ohne Tschüss zu sagen wieder auf seinen kurzen Heimweg. Die Königs wollten nun natürlich wissen, wer Elvis durchgefüttert hatte, und schalteten eine Anzeige mit Bild in der lokalen Presse, die Tanja Pospischil las, und sich daraufhin sofort meldete. "Dass Elvis immer in der Nähe war, ist doch unglaublich", findet Christoph König, der sich ausgiebig bei der Familie Pospischil bedankte. Elvis geht nun wieder seinen gewohnten Dingen nach, und bei den Königs ist nach einem knappen Jahr zwischen Hoffen und Bangen endlich wieder Ruhe eingekehrt.

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